Die Arbeitslosigkeit in Wien sinkt. 122.353 Menschen waren im Jänner beim AMS vorgemerkt - 5,7 Prozent weniger als noch im Jänner 2019. Gleichzeitig gab es gegenüber dem Vorjahres-Monat um 8,4 Prozent mehr Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, informierte das Wiener AMS am Montag. In Summe gab es in der Bundeshauptstadt somit um 3,3 Prozent weniger Menschen ohne Job.

Dennoch gilt: Nirgendwo in Österreich gibt es so viele Arbeitsplätze, aber nirgendwo sonst auch so viele Arbeitslose. Wien hat seit längerem als einziges Bundesland eine Arbeitslosenquote im zweistelligen Bereich. Während der Wert 2019 österreichweit bei 7,4 Prozent lag, kam die Bundeshauptstadt auf 11,7 Prozent.

Wirtschaftswachstum muss über einem Prozent bleiben

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Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) will die Quote nun "in den nächsten vier Jahren" auf unter 10 Prozent drücken, wie er vor Journalisten sagte. Heuer setzt das Rathaus einen neuen Fachkräfte-Schwerpunkt. "Wir haben zweieinhalb Jahre Hochkonjunktur hinter uns", umriss Hanke die positive Ausgangslage. Für das laufende Jahr sei ein Wachstum von 1,3 Prozent prognostiziert. Er sei zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend im selben Ausmaß auch im kommenden Jahr gehalten werden könne. Um die Arbeitslosenquote in den einstelligen Bereich zu bekommen, sei allerdings "noch einiges zu tun". Und sollte das Wachstum in absehbarer Zeit doch auf unter 1 Prozent zurückgehen, werde man das Ziel nicht erreichen können, räumte der Stadtrat ein.

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Was die jüngere Vergangenheit anbelangt, hatte der Ressortchef jedenfalls gute Nachrichten. Wien meldete im Vorjahr mit 864.117 Jobs um 15.587 mehr als 2018 und somit einen neuen Beschäftigungsrekord. Die Arbeitslosigkeit ging um 4,7 Prozent oder knapp 7000 Betroffene zurück. Zu Beginn seiner Amtszeit als Finanzstadtrat hatte Hanke außerdem angekündigt, bis Ende 2020 50.000 neue Jobs schaffen zu wollen. Mit 35.177 zusätzlichen Arbeitsplätzen seit 2018 sei dieses Vorhaben bereits zu rund 70 Prozent erfüllt. Um den Rest bis Jahresende zu schaffen, steckt die Stadtregierung heuer 77,4 Millionen Euro in Arbeitsmarkt-Förderungen - etwas mehr als im Jahr davor (knapp 76 Millionen). Diese werden über den "Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds" (Waff) abgewickelt.

Neben den üblichen Beratungen und der finanziellen Unterstützung für Weiterbildungsmaßnahmen setze man 2020 einen speziellen Schwerpunkt auf die Fachkräfte-Ausbildung mit besonders starker Nachfrage, sagte Waff-Geschäftsführer Fritz Meißl. 1100 Plätze sind im Bereich Gesundheit und Soziales - von der Heimhilfe über Pflegefachassistentinnen und -assistenten bis zu Rettungssanitäterinnen und -sanitäter - vorgesehen. Weitere 400 Qualifizierungsplätze werden in den Sektoren Handel, Hotellerie, IT und Handwerk finanziert. Damit unterstütze man Menschen, die sich beruflich verändern wollen, und zugleich Unternehmen in Wachstumsbranchen, die verzweifelt nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchten, erklärte Meißl. Angesprochen werden sollen besonders jene Wiener, die bisher keinen Abschluss haben. Denn für diese Gruppe trüben sich die wenig rosigen Aussichten am Arbeitsmarkt auch künftig weiter ein.

Neuer Service für unter 25-Jährige

Am schwersten haben es in Wien derzeit die über 50-jährigen Arbeitslosen. In dieser Gruppe gab es zwar ebenfalls einen Rückgang im Jänner gegenüber Dezember. Das Minus betrug jedoch nur 2,3 Prozent. Bei Personen unter 25 Jahren wurde hingegen ein Rückgang von 11,7 Prozent erreicht. Um dieser Gruppe einen besseren Service bieten zu können, eröffnet das AMS in Kooperation mit der Stadt Wien das "U25". AMS-Wien-Chefin Petra Draxl: "Alle Wiener bis 25 Jahre können in diesem neuen Servicezentrum Unterstützung rund um Arbeit, Bildung und Soziales finden."