Wien. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zeigte sich skeptisch, was die Schließung von Schulen anbelangt. "Da wird es eine intensive Diskussion geben müssen", befand er. Schulen und Kindergärten zu schließen, würde bedeuten, das Land "wirklich lahmzulegen". Denn Eltern müssten dann ihre Kinder betreuen.

Und dies seien genau jene Menschen, die man bei der Aufrechthaltung der Systeme - also in den Spitälern oder Supermärkten - brauche. "Eine solche Maßnahme will sehr, sehr gut überlegt sein, bevor man sie trifft. Man legt damit die ganze Wirtschaft lahm." Hacker warnte auch davor, dass in der Folge sich viele Großeltern um die Kinder kümmern würden. Dies wäre jedoch ein "Schuss ins eigene Knie", da ältere Menschen besonders gefährdet seien, sich anzustecken.

Besser seien bereits getroffene Maßnahmen wie die Absage von größeren Schulausflügen. Auch punktuelle Schließungen seien falls nötig sinnvoll, fügte er hinzu - also wenn Erkrankungsfälle im Umfeld aufgetreten sind.

Laut dem Ressortchef wird die Einhaltung der Verordnung überprüft. Allerdings werde man nicht "Kohorten von Kontrollinstanzen" durch die Stadt schicken. Auch, weil die Gesamtbevölkerung mit großer Disziplin vorgehe, wie er betonte: "Wir haben nicht das Gefühl, dass es große Bereiche in der Stadt gibt, die unseren Empfehlungen nicht folgen." Es gebe auch bei den Gastronomiebetrieben und Veranstaltern großes Verständnis.

Hacker empfahl, etwa bei Veranstaltungen in der Gastronomie, die Größe der Menge abzuschätzen, sobald man einen Raum betrete. Sollte sich im Zusammenhang mit Events jemand uneinsichtig zeigen, wird vonseiten der Stadt aber durchaus gedroht. "Sollte es notwendig sein, darüber darf kein Zweifel herrschen, hat die Behörde die Macht, ihre Verordnung durchzusetzen." Laut Hacker ist auch der Einsatz der Exekutive denkbar.

Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) versicherten, dass die Stadt mit der Situation gut umgehe. "Es gibt keinen Grund zur Besorgnis", beteuerte Ludwig. Was es ebenfalls nicht gibt, ist eine generelle Urlaubssperre für Angestellte der Stadt Wien. "Die Serviceleistungen der Stadt bleiben voll aufrecht." Ludwig empfahl jedoch, Behördenwege nach Möglichkeit elektronisch abzuwickeln.