Die Wiener Linien dünnen ihren Fahrplan wegen des drastischen Rückgangs bei den Fahrgästen weiter aus. Ausschlaggebend für die Maßnahme war ein Minus von 80 Prozent der Öffi-Nutzer als Auswirkung der Ausgangsbeschränkungen.

Die U-Bahnen fahren ab Montag nur noch alle fünf anstatt alle drei Minuten. Das entspricht den Intervallen an Samstagen. Auch auf Straßenbahnen und Busse wird man länger warten müssen. Die Linie 31 fährt laut Aussendung untertags künftig alle sechs Minuten, der 48A alle zehn Minuten. An den Wochenenden fahren alle Öffis nach dem Sonntagsfahrplan. Mit den Änderungen werde der aktuelle Bedarf immer noch um 50 Prozent überstiegen, womit genügend Platz in den Fahrzeugen sei. Die Maßnahmen sollen das Personal schützen bzw. "genug ‚Reserve‘ für erkrankungsbedingte Ausfälle haben", hieß es seitens der Wiener Linien.

Letzte Ticketschalter schließen

Nachtbusse fahren ab diesem Wochenende nur noch stündlich statt halbstündlich. Die Nacht-U-Bahn ist bis auf weiteres eingestellt. Gleichzeitig werden ab Samstag auch die letzten noch offenen Info- und Ticketstellen in den Stationen Reumannplatz, Kagran und Spittelau vorerst geschlossen. Tickets können online, in Trafiken und bei den Automaten gekauft werden.

Für das heurige Jahr haben sich die Wiener Linien viel vorgenommen: Zur Erschließung des Stadtentwicklungsgebiets Nordbahnhof wird die Linie O ab Praterstern um 1,4 Kilometer und vier Haltestellen verlängert. Mit den Bauarbeiten dafür soll im Frühjahr begonnen werden, damit die Linie O mit der Eröffnung des zweiten Schulcampus im Herbst 2020 ihre verlängerte Strecke übernehmen kann.

Auch was den Ausbau der U2 in Richtung Süden und der U5 vorerst bis zum Alten AKH (Frankhplatz) betrifft, sollen heuer die Bauarbeiten starten - mit einiger Verzögerung. Denn die Wiener Linien mussten große Leistungspakete erneut ausschreiben, da in der ersten Runde seitens der Baufirmen zu teure Angebote gelegt wurden. Der Abschluss wird für den Sommer erwartet. Wesentliche Vorarbeiten für die U2 etwa am Matzleinsdorfer Platz, wo die lila Linie ab voraussichtlich 2027 enden wird, sowie im Bezirk Neubau - diesen kreuzt die U2 künftig - sind laut den Wiener Linien voll am Laufen.

Die U5 wiederum wird ab 2025 bis zum Frankhplatz und ab 2027 dann bis zum Elterleinplatz in Hernals fahren - und zwar vollautomatisch, also ohne Fahrer. Dafür werden derzeit neue U-Bahn-Züge gebaut. Das erste Exemplar dieses "X-Wagen" soll im Sommer ausgeliefert werden. In den darauffolgenden zwölf bis 18 Monaten folgen Testfahrten. Ab 2022 werden die neuen Garnituren erstmals im Fahrgastbetrieb auf der U1 und U4 eingesetzt - freilich mit Fahrer. Die Züge sind so konzipiert, dass sie mit und ohne Lenker unterwegs sein können.

Für Auskünfte ist die Info-Hotline 01/7909 100 von Montag bis Freitag zwischen 6 und 21 Uhr und an Sams-, Sonn- und Feiertagen zwischen 8 und 17 Uhr erreichbar.