Ziemlich genau ein Jahr nach Ausbruch der Ibiza-Affäre wurde der Hauptdarsteller des Ibiza-Videos, Heinz-Christian Strache, wieder Chef einer Partei. Er übernahm von DAÖ-Obmann Karl Baron die aus der FPÖ entstandene Bewegung, die sich nun in "Team HC Strache, Allianz für Österreich" umbenennt. "Konkurrenz belebt immer", so Strache, der das Team als "neue, moderne Bewegung" bezeichnete.

Baron sprach von einem "historischen Tag", freilich nicht wegen Ibiza, sondern wegen des 65-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags. Er nahm auch Bezug auf Kunst-und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne), die heute ihren Rücktritt bekannt gab. "Ulrike Lunacek geht, HC Strache kommt."

In seiner Antrittsrede bedankte sich Strache bei den "drei Musketieren", Karl Baron, Klaus Handler und Dietrich Kops, dafür, dass sie durch die Gründung von DAÖ in Wien den Grundstein für die neue Bewegung gelegt haben. Im weiteren ging es vor allem um Österreich und das Versagen der Bundesregierung. Das Parteiprogramm, das den ideologischen Rahmen vorgeben soll, werde ab sofort auf der Website der Bewegung nachlesbar sein. Die Wien-Wahl, laut Strache "Mutter aller Schlachten", sieht er als ein Entree für das "Team HC Strache" in die Bundespolitik.

Neu im Team ist Christian Höbart, ehemaliger Nationaratsabgeordneter und Freitagvormittag noch geschäftsführender Gemeinderat im niederösterreichischen Guntramsdorf. Höbart, der mit Aussagen zu Asylwerbern - er bezeichnete diese als "Erd- und Höhlenmenschen" - und seiner angeblichen Verfolgsjagd von "drei marokkanischen Ladendieben" zuletzt für Aufmerksamkeit sorgte, wird Generalsekretär der Bewegung und Wahlkampfleiter für Wien. Darüber hinaus wird er Landesteamsprecher für Niederösterreich. Höbert ließ durchblicken, dass auch einige andere FP-Gemeinderäte in Guntramsodrf ins Lager Straches wechseln werden.

Wenig konkretes ließ sich Strache zu seiner Frau Philippa Strache entlocken: "Sie ist die stärkste Frau im Team HC Strache und die stärkste Frau, die uns im Parlament vertritt." Ob sie das künftig auch als Teil der Bewegung oder weiterhin als "wilde" Abgeordnete tun wird, will Strache zu einem späteren Zeitpunkt beantworten.