Die Bezirksvertretung des 11. Bezirks (Simmering) hat nun die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung für den gesamten Bezirk beschlossen. Das teilte Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) am Donnerstag mit. Nicht nur FPÖ, sondern auch SPÖ, Grüne und ÖVP hätten dafür gestimmt, hieß es.

Ausgenommen sind möglicherweise Industriegebiete. Wie diese zu definieren sind und ob sie in die Ausweitung integriert werden, muss laut Stadler noch mit den zuständigen Fachabteilungen diskutiert werden.

"Emotional ein schwerer Schritt"

"Emotional" sei die Ausweitung des Parkpickerls auf ganz Simmering ein schwerer Schritt gewesen, gestand der Bezirkschef: "Ich bin gegen das Abzocken der Autofahrer und für eine wienweite Lösung der Parkraumbewirtschaftung. Denn so ist Wien weiter ein Fleckerlteppich mit unterschiedlichen Zeiten, bei denen sich keiner mehr auskennt." Er vermisse immer noch das von der Stadt angekündigte neue wienweite Konzept.

"Wir hatten aber keine Zeit mehr zu warten", sagte Stadler: "Der Bezirk war tatsächlich zum Handeln gezwungen, weil die Situation für die Autofahrer, die selbst in den Randgebieten von Kaiserebersdorf keinen Parkplatz mehr finden, geschweige denn im Raum Weißenböckstraße und Wilhelm-Kreß-Platz, prekär geworden ist." Teile des Bezirks seien völlig überparkt, vor allem mit Autos aus Niederösterreich oder auch aus anderen Staaten. Diese würden das kostenlose Abstellen ihres Fahrzeuges im 11. Bezirk dafür nützen, um dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter zu fahren.

Zonenmodell nun Geschichte

In Simmering wurde die Parkraumbewirtschaftung samt Parkpickerl - also der kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigung für Anrainer - im Herbst 2018 eingeführt, wobei aber nur ein Teil des Bezirkes betroffen war: das Zentrum von Simmering mit allen U-Bahn-Stationen und deren Umfeld. Nun ist das Zonenmodell Geschichte. Die vollständige Ausweitung soll im kommenden Herbst durchgeführt werden. (apa)