Die Auseinandersetzung um die Zuteilung der Lehrerkontingente  an den Pflichtschulen durch die Wiener Bildungsdirektion für das kommende Schuljahr 2020/21 geht in eine neue Runde. Der Zentralausschuss als oberste Lehrervertretung will die Kürzung der Kontingente, die zu Einsparungen bei Lehrerposten ab September führen wird, nicht einfach hinnehmen. In einem Schreiben, das der "Wiener Zeitung" vorliegt, reagierte Thomas Krebs, der Vorsitzende der Personalvertretung, mit der Ankündigung, man werde "nichts unversucht" lassen, um eine "sinnvolle Personalplanung" für das kommende Schuljahr zu ermöglichen.

Die Wiener Bildungsdirektion mit Direktor Heinrich Himmer an der Spitze hat am Donnerstagnachmittag zum Leidwesen der Schulleitungen deutlich verspätet die Direktoren über die Lehrerkontingente für 2020/21 informiert, wie die "Wiener Zeitung" berichtet hat. Diese sehen Kürzungen für Lehrerposten an Volks- und Mittelschulen für den regulären Unterricht vor. Die Bildungsdirektion hat dies in einem Begleitbrief an die Schulleiter damit begründet, dass Wien wegen der Vorgaben des Bundes sonst nicht ausreichend Pädagogen für die Deutschförderklassen habe.

"Gesetzliche Fristen nicht eingehalten"

Personalvertreter Krebs schickte daraufhin seinerseits ein Schreiben an die Schulen aus. Er weist darauf hin, dass der Zentralausschuss der Lehrervertretung nicht korrekt eingebunden worden sei, es gab daher auch keine Zustimmung. Der Bildungsdirektion wird sogar ein Gesetzesbruch vorgeworfen: "Die im Bundespersonalvertretungsgesetz vorgesehenen zeitlichen Fristen wurden seitens der Bildungsdirektion nicht eingehalten." Üblicherweise erfolgt die Zuteilung der Lehrerkontingente für das folgende Schuljahr bereits im Mai.

Man sei am 15. Juni von der Wiener Bildungsdirektion vor die vollendete Tatsachen gestellt worden, "dass die Basiskontingente drastisch gekürzt werden", beklagt der Vorsitzende der Personalvertretung, Krebs. Eine nachvollziehbare Begründung habe man nicht erhalten. Dabei seien noch viele Frage für die Personalplanung ungeklärt.

Die Bildungsdirektion hat ihrerseits im Begleitschreiben an die Schuldirektoren für deren "Geduld" für die verspätete Zuteilung der Lehrerkontingente gedankt. Gleichzeitig sah man aber keine Möglichkeiten, die Sparvorgaben nicht einzuhalten. Für die "Wiener Zeitung" gab es vorerst keine Reaktion aus der Bildungsdirektion. Die Schulleitungen müssen nun von 23. bis 29. Juni etwaige Lehreranforderungen bekanntgeben.