Der Konflikt zwischen der Wiener Bildungsdirektion und der obersten Vertretung der rund 14.000 Pflichtschullehrer spitzt sich zu. In einer Brief, der der "Wiener Zeitung" vorliegt, wendet sich nun deren Vorsitzender Thomas Krebs deswegen jetzt direkt an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Darin tritt der Personalvertreter wegen der im neuen Schuljahr drohenden Einsparungen bei Lehrerposten an Wiens Volks-, Mittel- und Sonderschulen an den Stadtchef.

Anlass dafür ist, dass die Bildungsdirektion nicht nur die Lehrerkontingente für das Schuljahr 2020/21 zu spät zugeteilt hat, sondern auch an manchen Schulstandorten deutliche Reduktionen der Lehrerposten zu Folge haben, wie die "Wiener Zeitung" berichtet hat. Die Wiener Bildungsdirektion sah wegen der Kürzung von Posten für Deutschförderklassen durch das Bildungsministerium jedoch keine Alternative dazu.

Die Vertretung der Pflichtschullehrer warnt deswegen in dem Schreiben an den  Bürgermeister vor einem "Notstand" wegen der geplanten Personalkürzungen an den Schulen. Ludwig soll einen "Runden Tisch" zur Aussprache und Bereinigung der Situation einberufen.

Zusätzliche Probleme bei Deutschförderklassen

Die Zeit drängt. Denn die Schuldirektoren haben bereits eine Einteilung des Lehrpersonals nach den von der Bildungsdirektion zugeteilten Kontingenten vorgenommen. Die Schulleitungen stöhnen angesichts der Corona-Krise seit Wochen unter zusätzlichen Erschwernissen und teils offenen Fragen im Schulbetrieb. Dazu kommt, dass teilweise auch noch die Tests der Schüler der Deutschförderklassen zu erledigen ist. Diese sind laut Vorgabe des Bildungsministeriums auch noch im September möglich, was die Unwägbarkeiten zum Schulbeginn zusätzlich erhöht.