Wien. Der Wiener Neos-Chef Christoph Wiederkehr legte sich am Freitag erneut fest: "Keine Koalition mit der Blümel-ÖVP!" Die Volkspartei betreibe Politik mit der Angst. "Das, was die Rechtspopulisten früher gemacht haben - also die FPÖ -, ist jetzt das Geschäft der ÖVP", sagt er.

Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr. - © apa/Hochmuth
Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr. - © apa/Hochmuth

Während der Spitzenkandidat der ÖVP, Gernot Blümel, nach wie vor nicht im Wiener Politik- und Wahlkampfgeschehen präsent ist, zeigten sich die Pinken in den vergangenen Wochen äußerst umtriebig. Im Fokus ihres Engagements standen dabei Kritik und Forderungen in Zusammenhang mit Corona. Daneben setzt man auf Themen wie Bildung, Kleinunternehmer, Transparenz und Kontrolle. Ging es bei der vergangenen Wien-Wahl im Oktober 2015 um den Einzug ins Rathaus, wollen Wiederkehr und sein Team beim bevorstehenden Urnengang ihren Verbleib solide absichern. 6,2 Prozent erzielte man vor fünf Jahren, ein ähnliches Ergebnis wird den Neos in den Umfragen auch für den 11. Oktober prognostiziert. Neos-Spitzenkandidat Wiederkehr stellt sich erstmals einer Wahl. 2018 übernahm er den Job des Stadtparteichefs von Beate Meinl-Reisinger, die in die Bundespolitik wechselte.

Stenzel für die City

Ursula Stenzel kandidiert für die FPÖ. - © apa/Expa/Gruber
Ursula Stenzel kandidiert für die FPÖ. - © apa/Expa/Gruber

Die Wiener Freiheitlichen haben sich am Freitag ebenfalls in Stellung gebracht. Als blaue Spitzenkandidatin für den 1. Bezirk präsentierte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp mit Ursula Stenzel eine alte Bekannte: Die 74-Jährige, die zuletzt bereits ihren Rückzug aus der Politik angekündigt hatte - "um Platz für Jüngere zu machen" -, hat es sich offenbar doch anders überlegt: "Ich bin ein politisches Animal", erklärte sie. Am derzeitigen Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) ließ die ebenfalls ehemalige ÖVP-Bezirksvorsteherin Stenzel (2005 bis 2015) kein gutes Haar. Besonders seine mit Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) forcierten Pläne einer "autofreien Innenstadt" stießen auf Stenzels Ablehnung.

Heinz-Christian Strache, Spitzenkandidat von "Team Strache", ist bereits seit geraumer Zeit im Wahlkampfmodus. Am Freitag verkündete er via Facebook, dass man nunmehr die Unterschriften für die wienweite Kandidatur beisammen hätte. Mit dem Sammeln von Unterschriften beschäftigt ist man noch bei "Links", "SÖZ", "Mein Wien", "Artikel Eins", "Volt", der Piratenpartei und der Bierpartei. Die Kleinpartei "Wandel" wird am 11. Oktober nur bei der Bezirksvertretungswahl in Neubau antreten.