Das Coronavirus-Testcenter am Vorplatz des Ernst-Happel-Stadions war am Sonntag mit riesigem Andrang konfrontiert: Insgesamt wurden 698 Testungen dort absolviert, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Montag berichtete. Die Stadt hatte Sonntagmittag ein Drive-In- und Walk-In-Testcenter eröffnet, wo sich zurück gekehrte Kroatien-Urlauber kostenlos auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen können. Die Einrichtung war angesichts der großen Zahl an Menschen länger als geplant, nämlich bis 1.30 Uhr, geöffnet.

"An der Südgrenze stecken viele Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer in kilometerlangem Stau und dafür können sie nichts. Alle, die auch nach Mitternacht noch in der Warteschlange beim Stadion stehen, werden jedenfalls getestet. Wir werden so lange offen haben, wie nötig", hatte Hacker noch am Sonntag erklärt.

Schon nach kurzer Zeit wurde die Zahl der offenen Teststraßen von zwei auf fünf erweitert. Wie viele der dort nun untersuchten Personen infiziert sind, ist noch nicht bekannt. Das temporäre Corona-Zentrum kann mit dem Auto besucht werden, für Personen, die kein Fahrzeug besitzen, wurde ein "Walk-In" eingerichtet. Dort wird gebeten, die nötigen Abstände einzuhalten und einen eigenen Mund-Nase-Schutz mitzubringen.

Zwei Stunden betrug die Wartezeit beim "Walk in" am Sonntag gegen 21.30 Uhr. - © Rösner
Zwei Stunden betrug die Wartezeit beim "Walk in" am Sonntag gegen 21.30 Uhr. - © Rösner

Eine Voranmeldung für die Testung ist im Übrigen nicht möglich. Man müsse lediglich glaubhaft machen, dass man aus Kroatien zurückgekehrt sei, wurde betont. Gedacht ist die provisorische Einrichtung beim Stadion für Personen mit Hauptwohnsitz in Wien. Die Station hat im Regelbetrieb von 6 bis 21 Uhr geöffnet. Wer Krankheitssymptome verspürt, soll das Stadion jedoch meiden – und stattdessen die Telefonnummer 1450 wählen. In diesem Fall erfolgt die Testung zu Hause.

"Nicht nur für Kroatien-Urlauber"

Beim Ernst-Happel-Stadion wird übrigens der neue Gurgeltest angewendet, daher darf zwei Stunden vor der Testung nichts mehr gegessen werden.

Angedacht ist laut Hacker, dass die Teststrecke länger bestehen bleibt – ursprünglich war geplantdie Teststraße kommenden Freitag wieder zu schließen. Man werde auch die Diskussion darüber führen, warum sie nur für Kroatien-Rückkehrer gelten solle und nicht auch für andere. Die Tests, so forderte Hacker, sollen ähnlich wie in der Gastronomie und im Tourismus kostenlos sein.

"Auch an Grenzen testen"

In Richtung Bund sagte Hacker: "Ich bin ein bisschen überrascht, wie lange es dauert, das Bewusstsein zu schaffen, dass die Grenzsituation eine höhere Beachtung finden sollte". Hacker plädierte dafür, neben Einrichtungen wie jener in Wien auch Teststationen in Grenznähe zu schaffen. Laut einem Sprecher sind in Wien übrigens nicht nur Rückkehrer aus dem Ausland für steigenden Corona-Zahlen verantwortlich. Die Fälle in Verbindung mit anderen Bundesländern seien etwa gleich hoch wie jene aus Serbien oder Nordmazedonien, hieß es. (apa)