Wien. Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) zieht nach drei Wochen Badespaß am Gürtel Bilanz. "Auch wenn manchmal ein bisschen ein rauer Wind geweht hat: Wir haben dieses gemeinsame Projekt für die Wiener geschaffen und ihnen so ein Stück Lebensfreude gegeben", sagt sie.

Nachdem die von Gerhard Zatlokal, SPÖ-Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus, angedachte Verlängerung der Badesaison im Auer-Welsbach-Park bis zum Wahltag aus Kostengründen scheiterte, wird das drei Meter breite und 11 Meter lange Plastikbecken nunmehr eingemottet. Wie es im nächsten Jahr mit der Gürtelfrische weitergeht, ist noch nicht entschieden. Die Stadt überlege allerdings, so Hebein, das Becken samt Technik anzukaufen, nachdem zunächst lediglich vereinbart worden sei, das Equipment zu mieten. Was der Erwerb kosten werde, sei derzeit noch offen, sagt die Vizebürgermeisterin.

Kein Plan für 2021

Insgesamt 23 Tage war die "Gürtelfrische West" in Betrieb, für diesen Zeitraum seien Gesamtkosten von 160.000 Euro angefallen, bestätigt Hebein. Wer die "Gürtelfrische West" letztendlich aus welchen Mitteln finanziert hat, bleibt unklar.

Geplant worden war das Projekt ursprünglich von Gerhard Zatlokal und dem grünen Bezirksvorsteher von Neubau, Markus Reiter. Beide Bezirkschefs äußerten am Dienstag den ausdrücklichen Wunsch, die Gürtelfrische auch 2021 wieder zu beherbergen. Hebeins Part hingegen sei es gewesen, in diesem Bereich verkehrsberuhigende Maßnahmen zu überlegen. Sie habe deshalb einen entsprechenden Planungsauftrag erteilt.

Bezirksvorsteher Reiter hob hervor, dass der 7. Bezirk in den nächsten Jahren große Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte zu meistern habe, allem voran den Ausbau der U2 sowie den Umbau des ehemaligen Sophienspitals zu einer Wohnsiedlung. So gesehen sei der Gürtelpool bloß ein Puzzlestein für die zukünftige, größere Entwicklung gewesen.

ÖVP und FPÖ äußerten einmal mehr Kritik. "Das Einzige, was baden gegangen ist, ist das Steuergeld der Wiener", sagte Markus Wölbitsch (ÖVP), FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp unterstellte Hebein einmal mehr "völligen Realitätsverlust durch blanken Hass auf Autofahrer".