Die Wiener FPÖ will vom früheren FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache - der auch der Wiener Landespartei vorstand - Gelder zurückfordern, sollte dieser Spesen unrechtmäßig abgerechnet haben. Das hat Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten bekräftigt.

"So wie es sich jetzt herausstellt, ist es hier seit 2006 zu einer Belegwaschmaschine gekommen", sagte Nepp - wobei er sich auf entsprechende Medienberichte bezog. Der Partei seien die offenbar "fingierten Belege" plausibel erklärt worden, betonte er. Er habe vollstes Vertrauen in die Ermittlungen und dass rasch aufgeklärt werde, wie hoch der Schaden sei.

Geschädigt worden, so gab Nepp zu bedenken, sei auch der Steuerzahler. Dieser sei betrogen worden: "Da stell ich mich schützend und mit aller Kraft davor. Jeder Cent, der betrügerisch verloren gegangen ist, muss dem Steuerzahler wieder ersetzt werden." Und er stellte klar: "Wir sind in dem Verfahren nicht nur Geschädigte, sondern auch Privatbeteiligte." Man werde sich unrechtmäßig ausbezahlte Beträge wieder zurückholen.

Der Dinge harren

Der FPÖ-Fraktionsführer im Ibiza-Untersuchungsausschuss und ehemalige Generalsekretär seiner Partei, Christian Hafenecker, begrüßte unterdessen die Kontenöffnung in der Spesen-Affäre um Strache grundsätzlich. Man hätte eigentlich relativ rasch sehen können, ob es Geldflüsse gegeben habe oder nicht, sagte er am Rande des Ausschusses. "Allenfalls harren wir gespannt der Dinge." (apa)