Mehr Bäume, zusätzlicher Platz für Fußgänger, weitere Sitzgelegenheiten sowie Brunnen und offenes Wasser. Dafür weniger Parkplätze und ein stark verringerter Durchzugsverkehr. Das ist das Ergebnis der unter rund 2.800 Anrainern durchgeführten Befragung zur Neugestaltung der Gumpendorfer Straße. Wie man diesen Wünschen nun Rechnung tragen möchte? Am besten mit abschnittsweisen Einbahnregelungen und begrünten Begegnungszonen, beschreiben der stellvertretende Bezirksvorsteher von Mariahilf, Michi Reichelt (Grüne), und der grüne Wien-Planungssprecher Peter Kraus ihre Vision einer verkehrsberuhigten Gumpendorfer Straße auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Kostentechnisch rechne man für die ersten Maßnahmen mit rund 5 Millionen Euro. Durch die Einbauten könne sich dieser Betrag aber auch verdoppeln.

Begegnungszone: So soll der Grünbaum-Platz in Zukunft aussehen. - © x-default/Rendering
Begegnungszone: So soll der Grünbaum-Platz in Zukunft aussehen. - © x-default/Rendering

Rund 2.800 Anrainer erhielten im Juli einen Fragebogen, auf welchem elf Thematiken mit "mehr davon", "gleich viel" oder "weniger" bewertet werden konnten. 450 Antwortkarten wurden mittlerweile retourniert und ausgewertet. Demnach wünschen sich 87 Prozent mehr Begrünung durch Bäume, 73 Prozent wollen Brunnen und offenes Wasser. Zwei Drittel ist es wichtig, dass zusätzlicher Platz für Fußgänger und weitere Sitzbänke und -gelegenheiten geschaffen werden, mit Nahversorgung und Einkaufsmöglichkeiten sind die meisten Anrainer hingegen zufrieden. 49 Prozent der Befragten wollen eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrnetzes, 53 Prozent sehen eine Weiterentwicklung des Radverkehrs als unabdinglich.

In Hinblick auf den Autoverkehr sind 77 Prozent für eine Reduktion des Durchzugsverkehrs auf der Gumpendorfer Straße, 40 Prozent wollen zudem weniger Parkplätze.

Mit der Umfrage wollte man einen Gesamtüberblick sowie ein breites Stimmungsbild der Bevölkerung erhalten, erklärt Reichelt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie könne man sehen, wie essenziell Freiräume und Grünflächen in der Nähe der eigenen vier Wände seien. Auch Kraus sieht die Zukunft in einem grüneren Mariahilf. Dies würde nicht nur eine Lösung für die Überhitzung der Stadt bieten, sondern durch die Aktivierung des öffentlichen Raums auch die lokale Wirtschaft stärken.

Einbahnen und Tempo 30

Gemeinsam mit Harald Frey, Verkehrsplaner der TU Wien, möchte man nun ein Konzept zur Umsetzung der Neuerungen erarbeiten. Eine mögliche Maßnahme, um den Durchzugsverkehr zu reduzieren, sind Einbahnführungen und Tempolimits, bestätigt Frey. Zudem plane man Begegnungszonen auf Kreuzungen wie dem Fritz-Grünbaum- und dem Kurt-Pint-Platz.

Kritische Stimmen kommen aus den Reihen der FPÖ. "Wir sind hier nicht in Nordkorea. Wenn es eine Bürgerbefragung gibt, dann müssen alle Mariahilfer über eine Umgestaltung der Gumpendorfer Straße abstimmen", empört sich FPÖ-Bezirksobmann Leo Kohlbauer.