Der Probebetrieb des digitalen Gastro-Registrierungssystems startet in der zweiten Oktoberhälfte. Die Aufnahme des Vollbetriebs ist für November geplant. "Wir machen die Registrierungspflicht nicht, um jemanden zu sekkieren", versicherte Bürgermeister Ludwig heute. Die Maßnahme sei jedoch sinnvoller als etwa die Vorverlegung der Sperrstunde - die Ludwig heute einmal mehr ablehnte.

Der Stadtchef warnte davor, die Lokale auch in Wien dazu zu verpflichten, um 22 Uhr zu schließen. Dies würde der Gastronomie den "Todesstoß" versetzen, befand er. Erstaunt zeigte er sich auch über die Handhabung der Regelung in den westlichen Bundesländern. Während die Wirtshäuser dort früh schließen müssten, dürften in einigen Ländern (Salzburg und Vorarlberg, Anm.) die Gäste in den Fünf-Sterne-Hotels bis weit nach Mitternacht an der Bar sitzen, bekrittelte Ludwig.

Die nun im Auftrag der Wirtschaftskammer entwickelte elektronische Variante der Registrierung solle die "Zettelwirtschaft" reduzieren, wie Kammerpräsident Ruck erläuterte. Die Daten würden nur von der Behörde eingesehen werden können, nicht einmal der Wirt hat auf diese Zugriff, wie beteuert wurde. Die Betreiber müssen sich im System registrieren. Gäste, die die digitale Variante verwenden, scannen dann beim Kommen einen QR-Code und geben am Handy dann die Daten an.

Daten auch per App

Außerdem können Kunden ihre Daten auch gleich direkt auf einer App im eigenen Smartphone hinterlegen. Besucht man ein Restaurant oder ein Cafe, muss dann nur mehr der Code gescannt werden. Die Informationen werden alle nach vier Wochen wieder gelöscht. Wie Ruck heute ausführte, ist seit Inkrafttreten der Registrierungspflicht vor einer Woche noch kein Infektionsfall eines Gastes bekanntgeworden. Es war bisher laut dem Kammerchef also noch nicht nötig, dass die Behörde Unterlagen in einem Lokal anfordert bzw. einsieht.

Bürgermeister Ludwig erinnerte auch an den Gastro-Gutschein, der zur Unterstützung der Wiener Lokale aufgelegt wurde. 781.000 Exemplare sind demnach eingelöst worden - das sind 84,5 Prozent der ausgegebenen Gutscheine. Mehr als 30 Mio. Euro sind laut Stadt damit umgesetzt worden. Besonders gerne wurden die Bons etwa im Schweizerhaus, im Grünspan, im Strandcafe oder auch im "XXL Restaurant Leopoldauer Alm" verwendet, wurde heute verraten. (apa)