Zumindest die Freude über das Riesen-Transparent verdarb dann jedoch Sturmtief "Emma": Die Werbung musste wegen einer Wind-bedingten Sicherheitsüberprüfung des Riesenrades komplett abgenommen werden - und wie es derzeit aussieht, dürften sich Trix und Flix überhaupt nicht mehr im Prater im Kreis drehen. Denn trotz EM-Werbeausgaben in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro fehlt der Stadt nun das "Kleingeld".

Michael Draxler, Prokurist des "Stadt-Wien-Marketing", erklärt im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" zerknirscht: "Für das neuerliche Aufhängen wären wieder 50.000 bis 60.000 Euro nötig. Das habe ich derzeit nicht mehr im Budget drinnen." Das Montieren des Netzes sei nämlich ungleich teurer als das Netz selber: "Die Arbeiten dauern insgesamt 14 Tage und können aufgrund des Riesenrad-Betriebes nur nachts stattfinden. Das Netz selber kostet nicht so viel", sagt Draxler.

Daher sehe es derzeit nicht sonderlich gut aus, dass das Transparent wieder angebracht wird: "Ich bin auf der Suche nach Geldmitteln. Erster Ansprechpartner ist die Stadt Wien, aber auch private Gönner kommen in Frage. Aber da ist es schwierig, weil die nirgends am Transparent werben dürfen", so Draxler. Kommt vielleicht der bekanntermaßen Fußball-affine Frank Stronach in Frage? Draxler: "Ich habe ihn noch nicht gefragt."

Zeit bis zur EM drängt

Fakt ist, dass die Zeit gewaltig drängt: Je länger zugewartet wird, desto näher rückt die Fußball-EM (Beginn am 7. Juni) und desto weniger sinnvoll wird diese Werbung. Geplant (und bezahlt) war sie nämlich ohnehin nur bis zum Anpfiff des ersten Spiels - für die drei Wochen währende EM gebe es laut Draxler nur eine Verlängerungs-Option.

Entgegen anders lautenden Meldungen wurde das Netz beim Sturm, der am Wochenende des 1./2. Märzes über das Land fegte, kaum beschädigt. "Es gibt nur einen 1,5 Meter langen Riss, das ist nicht dramatisch", berichtet der Marketing-Profi. Die von vielen wahrgenommenen Löcher seien durch das Öffnen der eingebauten Reißverschlüsse entstanden - so konnte "Emma" durchpfeifen.

Freilich gab es schon bei der feierlichen Präsentation dieser EM-Attraktion am 28. Februar kritische Stimmen, schließlich war der Sturm bereits im Anzug. Hätte man die Riesen-Werbung nicht besser erst danach montieren und sich nicht auf den 100-Tage-Countdown versteifen sollen? Dann gäbe es jetzt keinen finanziellen Engpass. Draxler sieht keine Fehler: "Die Netzmontage begann ja 14 Tage vor Emma - lange vor der ersten Sturmwarnung." Dass das Riesenrad dann ziviltechnisch überprüft werden musste, hätte damals niemand ahnen können. Übrigens freut man sich auf der Homepage des "Stadt-Wien-Marketing" immer noch über "das Riesenrad im Fußball-Outfit"; die erfolgte Demontage wird verschwiegen...

www.wien-event.at