Heute wie vor 38 Jahren: Das Bad erstrahlt im Stil der 70er, aber mit der Technik der Gegenwart.
Heute wie vor 38 Jahren: Das Bad erstrahlt im Stil der 70er, aber mit der Technik der Gegenwart.

Wien. (rös) "Früher war das Stadthallenbad eine holprige Geschichte, jetzt ist es perfekt", erklärte der Architekt Georg Driendl am Donnerstag beim ersten Lokalaugenschein seit dem Beginn der Generalsanierung im Mai 2010. Im Februar 2012 soll das Bad wieder seine Pforten öffnen. "Es war alles andere als eine leichte Aufgabe, das Bad wieder zum hochleistungsfähigen Schwimmzentrum mit modernster Technik zu verwandeln", sagte Sportstadtrat Christian Oxonitsch.

17 Millionen Euro wurden in das 38 Jahre alte Bad gesteckt - dabei wurde unter den strengen Regeln des Denkmalschutzes der Look der 70er Jahre bewahrt und im Hintergrund die Technik auf den letzten Stand gebracht. Der Haupteingang wurde auf die Hütteldorferstraße verlegt, alle Zugänge barrierefrei gestaltet und behindertengerechte Liftanlagen eingebaut. Außerdem wurden eigens Farben, Bodenbeläge, Stahlstützen, Säulen und Beckenaußenwände rekonstruiert. Die charakteristischen Mosaikfliesen, die im Lauf der Jahrzehnte teils durch anderes Material ersetzt oder überklebt wurden, wurden komplett wiederhergestellt. Sogar die speziellen Lüftungsrohre wurden in ihre ovale Form zurückgeführt. Denn im Laufe der Jahre gab es unzählige bauliche Eingriffe, die dem ursprünglichen Gestaltungskonzept Roland Rainers widersprochen haben. Und besonderes Merkmal der unverwechselbaren Innenarchitektur sind Offenheit und Transparenz - die frei sichtbaren Lüftungen und Leitungen gepaart mit viel Stahl und Glas, erläuterte Michael Rainer vom Bundesdenkmalamt.

"Das Becken war nie dicht"


Warum es so lange gedauert hat? "Für ein solches Projekt ist das nicht lange", meinte Driendl. Das große Becken sei nie dicht gewesen, und das aggressive Chlorwasser habe sich in die Stahlkonstruktion hineingefressen. "Allein 8000 Quadratmeter Deckenkonstruktion mussten komplett saniert werden", so Driendl.

Im Februar glänzt das Stadthallenbad wieder - in polierter Retro-Schale und mit Hightech-Kern. Bei den Eintrittspreisen will man sich im Übrigen nach den alten richten - inflationsangepasst versteht sich.