Brand bei der WU-Baustelle

Wien. Bei dem Brand auf der Wiener WU-Baustelle in der Leopoldstadt sind nach ersten Einschätzungen der Sachverständigen Schäden an der Bauteilaktivierung und am tragenden System entstanden. Daher müssen die betroffenen Geschoßteile voraussichtlich abgebrochen werden. Die Höhe des Schadens beläuft sich laut einer ersten Schätzung auf rund zwei bis drei Millionen Euro. Das berichtete die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in einer Aussendung am Dienstag.

Von den Schäden betroffen sind rund zehn Prozent des Bauteils W2. Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird ein statisches Konzept erarbeitet, auf dessen Basis der Abbruch und die Wiederherstellung der Geschoßteile erfolgen soll. "Wie viele genau, ist noch nicht geklärt. Aber es werden vermutlich zwei bis drei Geschoße abgebrochen werden", sagte BIG-Pressesprecher Ernst Eichinger. Allerdings ist eben nicht der gesamte Bauteil W2 davon betroffen, sondern lediglich "ein Teil des Gebäudes".

Polizeiliches Gutachten noch ausständig
Das schriftliche Gutachten erwartet sich die BIG in den kommenden vierzehn Tagen. Noch ausständig ist auch das polizeiliche Gutachten. "Es wird noch dauern", hieß es dazu von der Polizeipressestelle ohne Angabe eines konkreten Datums.

Unterdessen ist ein Großteil der betroffenen Flächen auf der WU-Baustelle wieder für Arbeiten freigegeben. Durch Straffung der Zeitpläne und Nutzung der Zeitreserven kann laut BIG der Übergabetermin eingehalten werden: "Die WU wird aus heutiger Sicht wie geplant im Sommer 2013 übersiedeln".

Flämmarbeiten als Brandursache
Flämmarbeiten auf dem Dach waren vermutlich die Ursache für den spektakulären Brand vergangenen Donnerstag in der Messestraße/Südportalstraße. Es kam zu einem ausgedehnten Brand von Isoliermaterial, Teerpappe und ungefähr 500 Kilogramm Styroporplatten auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern. Das fünfte und sechste Obergeschoß wurden vom Feuer erfasst.

Gegen 16.45 Uhr wurde ein Großeinsatz von Feuerwehr (Alarmstufe 2) und Rettung ausgelöst. Ein Arbeiter musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital eingeliefert werden. Die hohe Rauchsäule war kilometerweit zu sehen - in der Einsatzzentrale der Feuerwehr liefen die Telefone heiß. Es wurde eine Mehrzahl der sonst üblichen Anrufe registriert.  Die Flammen wurden bald unter Kontrolle gebracht, um 17.45 Uhr konnte "Brand aus" gegeben werden.

Platz für 27.000 Studenten
Der betroffene Bauteil W2 ist einer von insgesamt sechs Bauabschnitten. Die Institute für Wirtschafts-und Sozialrecht sollen in dem betroffenem Gebäudekomplex untergebracht werden. Als Architekten zeichnen dafür Peter Cook und sein CRABstudio verantwortlich.

Ab dem Wintersemester 2013 sollen die sechs Gebäudekomplexe Platz für 27.000 Studenten bieten. Die Gesamtkosten betragen 490 Millionen Euro zuzüglich 46 Millionen Euro Einrichtungskosten.