Wien. (rös) Ganz schön futuristisch: Der Wiener Gemeindebau, mit Überwachungskameras ausgestattet, patrouillierende Ordnungsberater, die über ihre Tablet-Computer stets alles im Blick haben - und gegebenenfalls mit Organstrafmandaten und Anzeigen auf "organisierten Mülltourismus" reagieren können.

Ganz so schlimm ist es freilich nicht - Hausbetreuer, Wohnberater und Ordnungsberater sollen im Gemeindebau vielmehr für ein funktionierendes Miteinander sorgen, wie Wohnbaustadtrat Michael Ludwig am Dienstag erklärte. Gerade in der heißen Jahreszeit sorge die Gebietsbetreuung für Aktivitäten im Wohnbau wie etwa Fruchtcocktail mixen, Schach- oder Boccia-Turniere und vieles mehr. Bei Bedarf werden von den Wohnpartnern für junge "Nachzipf-Opfer" sogar Lernhilfekurse in Deutsch, Englisch und Mathe angeboten. Es gehe vor allem darum, eine Brücke zwischen den Generationen und Nationalitäten zu schaffen, so Ludwig.

"Der zweite wichtige Part ist natürlich die Einhaltung der Hausordnung", betonte der Stadtrat. Seit 2009 sind die "Ordnungsberater" in den städtischen Wohnhausanlagen unterwegs, um genau das zu gewährleisten. Sie können Abmahnungen und Strafmandate ausstellen, beziehungsweise auch Anzeigen erstatten. Die Hauptinterventionsgründe waren bisher herrenlose Einkaufswagen, unerlaubt gelagerter Sperrmüll sowie Hundstrümmerl-Delikte. Heuer gab es bisher 15 Ermahnungen, 41 Organmandate und zwölf Anzeigen.

Immer mehr Hausbetreuer


Hausbetreuer - der Ersatz für die unter der Regierung Schüssel gestrichenen Hausmeister - sind bereits 142 in Wien beschäftigt. "Und wir stellen mehr an, als in Pension gehen", erklärte Ludwig stolz. Im Vorjahr wurden 86 neue Hausbetreuer engagiert - bei 74 Pensionierungen. Der Hausbetreuer soll direkter Ansprechpartner für die Mieter sein und ist für die Wartung der Anlage zuständig. Angestellt wird er dort, wo die Mehrheit der Mieter dies wünscht. Der Unterschied zu den Hausmeistern: Die Hausbetreuer haben keine Dienstwohnungen, und für das Schneeschaufeln sind sie auch nicht mehr zuständig.