Erst im Jänner hat der Verfassungsgerichtshof das Trauzeugenverbot gekippt. Die "Begleitpersonen mit besonderer Stellung" dürfen zwar neben dem Paar sitzen, öffentlich scheinen sie aber nirgendwo auf. Man könne freilich selbst eine Urkunde basteln, auf der die Trauzeuginnen unterschreiben können, wurde Michaela und Vera mitgeteilt. Sie verzichteten. Für Rechtsanwalt Helmut Graupner ist der aktuelle Status beim Zeremoniell eine Verbesserung, der Präsident des Rechtskomitees Lambda weist aber auf insgesamt 55 Punkte hin, die innerhalb der Eingetragenen Partnerschaft eine Ungleichbehandlung gegenüber der Ehe darstellen: etwa das Mindestalter von 18 Jahren im Vergleich zur Ehe mit 16 Jahren, weniger Rechte bei Scheidung und Todesfall, das Verbot der Stiefkindadoption und der medizinisch unterstützten Fortpflanzung oder die Tatsache, dass Eingetragene Partner automatisch ihren Familiennamen verlieren und dieser durch die neue Kategorie Nachnamen ersetzt wird. Beim Ort der Zeremonie warte man noch auf die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs, sagt Graupner. Bis heute können zwar Mann und Frau an einem Platz ihrer Wahl außerhalb der Standesämter heiraten, bei Mann und Mann oder Frau und Frau ist das aber nicht möglich.

"Schöne Zeremonie"


Laut MA-35-Leiterin Hornschall war es in Wien seit jeher möglich, bei der Verpartnerung zwei "Zeugen" an der Seite zu haben. "Wir haben hier schon immer großen Wert auf die Zeremonie gelegt", erklärt Hornschall. Allerdings sei das Team des Standesamtes Wien verpflichtet, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. "So sieht zum Beispiel das offizielle und verbindlich zu verwendende Formular des Bundesministeriums für Inneres zur Begründung der Eingetragenen Partnerschaft die Unterschriften von Zeugen nicht vor."

Als an ihrem großen Tag auch noch die Küche des Lokals, in dem sie feiern wollten, abbrannte, war das junge Paar nicht einmal mehr überrascht. "Da konnte aber am Standesamt wirklich niemand was dafür", schmunzelt Michaela. "Die Zeremonie selbst war wirklich schön." Ganz in Weiß schritten die beiden vor die Standesbeamtin, die sich in ihrer Rede den Hinweis nicht verkneifen konnte, dass die Eingetragene Partnerschaft nicht ganz zu Unrecht kritisiert werde, aber eben das Beste sei, das es derzeit gebe. Ein Kuss, der Ringtausch, Tränen der Rührung bei den einen und strahlende Gesichter bei den anderen, Michaela und Vera waren nun offiziell verpartnert. Und weil sich gerade in schwierigen Zeiten zeigt, was eine Partnerschaft wirklich aushält, haben die beiden nach dem Chaos vor ihrem Hochzeitstag gute Chancen, dass sie ewig halten wird.