Wien. Fünf sanierte Wiener Gemeindewohnungen, die erst vor nicht allzu langer Zeit saniert wurden, werden wieder demoliert - und das sogar im Auftrag des Eigentümers. Die städtische Gemeindebauverwaltung Wiener Wohnen nimmt die Objekte auseinander, um zu prüfen, ob Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt wurden, kündigte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig an. Es ist dies eine Konsequenz aus den jüngst bekannt gewordenen mutmaßlichen Betrugsfällen. Im Visier steht ein Auftragnehmer, der zwar die volle Summe kassiert, aber keine entsprechenden Leistungen erbracht haben soll.

Im Wohnbauressort wurden Verdachtsmomente gegen das Unternehmen und mehrere Subfirmen gesammelt. Es folgte eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft, die nun ermittelt. Wie hoch der Schaden ist, ist laut Stadt derzeit noch nicht zu beziffern. Die betroffene Firma ist noch immer für Wiener Wohnen im Einsatz. Das Vergaberecht erlaube nicht, erteilte Aufträge zu entziehen, solange nur ein Verdacht vorliege, hieß es.

In der Causa liegen auch zwei anonyme Anzeigen gegen Mitarbeiter von Wiener Wohnen vor, die - so der Verdacht - über die Machenschaften Bescheid gewusst haben könnten. Auch hier sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Als Konsequenz wurde nun die interne begleitende Kontrolle verstärkt. Diese erscheint unangemeldet dort, wo Wiener Wohnen Arbeiten beauftragt hat.