Wien. (sir/apa) Die Auswirkungen des Hochwassers in Wien sind vergleichsweise gering, doch ganz ausschließen wollte man beim Hochwasserdienst der Stadt nicht, dass der Donaukanal über die Ufer treten könnte. Im Bereich der Ausfahrt der Ostautobahn stand Dienstagfrüh die Unterführung bei der Praterbrücke unter Wasser, da der Abfluss in den Donaukanal aus einem Sammelbecken nicht mehr funktionierte. Staus waren die Folge.

Die Donau steht in Wien höher als beim Hochwasser 2002, der Alberner Hafen wurde überflutet. - © photonews.at/Georges Schneider
Die Donau steht in Wien höher als beim Hochwasser 2002, der Alberner Hafen wurde überflutet. - © photonews.at/Georges Schneider

Das Wehr in Nussdorf wurde wie bei jedem Hochwasser zwar geschlossen, allerdings staut die Donau zurück und lässt daher den Pegel des Donaukanals steigen. Da das Ufer auf der Seite des zweiten Bezirks rund 40 Zentimeter unter dem Niveau des innerstädtischen Ufers liegt, besteht für die Lokale auf dem Treppelweg laut den städtischen Hydrologen eine zumindest kleine Gefahr einer Überflutung.

Sunken City unter Wasser

An der Neuen Donau standen bereits am Montag die Bars und Restaurants der Sunken City und der Copa Cagrana unter Wasser. In Sicherheit gebrachtes Mobiliar wurde nun teilweise gestohlen, wie Pächter Norbert Weber ("Die Leute fladern alles") erzählte. "Zuerst war der Saisonbeginn wegen dem Wetter schlecht, jetzt sind die Lokale hin", sagte Weber.

Der Pegel dürfte jenen des Hochwassers 2002 übersteigen, die Durchflussmenge der Donau hatte vor elf Jahren 10.300 Kubikmeter pro Sekunde betragen, diesmal werden 10.900 erwartet.

Überschwemmungen gab es am Dienstag in Simmering, wo am Donaukanal der Radweg unter Wasser stand, zudem sind der Hafen Albern und der Ölhafen Lobau überflutet worden. In Albern wurden die großen Getreidespeicher geschlossen und abgedichtet und die Zufahrtsstraße gesperrt.