Als Einzelunternehmerin berät Voggenberger (l.) seit 13 Jahren ihre Kunden in Stilfragen. - © privat
Als Einzelunternehmerin berät Voggenberger (l.) seit 13 Jahren ihre Kunden in Stilfragen. - © privat

Wien. Rund 55.000 Einzelunternehmer sind in Wien tätig. Susanne Voggenberger und Michael Woditschka sind zwei von ihnen. Woditschka ist als selbständiger Kommunikationstrainer inzwischen im "verflixten dritten Jahr" angelangt - das Jahr, in dem viele Selbständige aufgrund von steigenden Beiträgen wieder aufgeben müssen.

Ans Aufgeben denkt der 34-Jährige aber nicht im Traum. "Am Anfang war es nicht immer einfach, da wollte ich in erster Linie überleben, aber inzwischen läuft es wirklich gut", sagt er. Von seinem Büro in Wien aus betreut Woditschka Kunden in ganz Österreich, vor allem die Bahnstrecke zwischen der Hauptstadt und Linz ist ihm mittlerweile bestens bekannt. Seine Nische hat er im Telefontraining, im Beschwerdemanagement und in Verkaufsschulungen gefunden.

Im Gegensatz zu Woditschka hat Voggenberger das dritte Jahr längst hinter sich. Seit 13 Jahren berät die 42-Jährige Privat- und Firmenkunden in Stil-Fragen. Dabei hat der Erfolg der Mödlingerin, die viel bei und mit Kunden in Wien unterwegs ist, vor allem ihr Umfeld überrascht. "Als ich mich als Image- und Fashionstylist selbständig gemacht habe, war das zwar in den USA bereits gang und gäbe, in Österreich dagegen fast gar nicht", erinnert sich Voggenberger.

Viel Arbeit, aber flexibel


"Vor allem Freunde und Familie haben mich damals für ziemlich verrückt erklärt." Nach über einem Jahrzehnt als Einzelunternehmerin kann sie sich aber ein anderes Leben kaum mehr vorstellen. Natürlich arbeite sie sehr viel, auch am Wochenende, aber sie könne sich ihre Zeit auch relativ frei einteilen. Und Freizeit sei zum wertvollen Gut geworden. "Es wäre sicher sehr schwierig, in ein Angestelltenverhältnis zurückzugehen", sagt sie. "Jetzt habe ich einen gewissen Gestaltungsspielraum mit allen dazugehörigen Risiken, aber eben auch mehr Freude." Daran, ihr Unternehmen zu vergrößern, denkt sie trotz allem nicht: "Dann hätte ich das Gefühl, nur für meine Mitarbeiter zu arbeiten."

Kaum Wachstumspläne


Auch Woditschka sieht seine Zukunft weiterhin ganz klar im "Unternehmen EPU". Nicht zuletzt, weil Kunden konkret ihn als Einpersonen-Unternehmer erwarten, wenn sie ihn buchen. Und er sagt auch: "Ich will die Firma nicht so groß werden lassen, dass ich irgendwann selbst nichts mehr entscheiden darf. Der Spirit vom Start-up-Unternehmen soll nicht verloren gehen." Ein strategisches Netzwerk aufzubauen erscheint ihm da wesentlich sinnvoller. Auch eine Befragung der KMU Forschung Austria hat ergeben, dass nur 35 Prozent der heimischen EPU konkrete Wachstumspläne haben. Vorrangig für die meisten ist es laut Wirtschaftskammer Wien, sich erfolgreich zu vermarkten, Kunden für sich zu gewinnen.