Sie, die inzwischen die Mehrheit der Wiener Unternehmen stellen, wollen vom Markt als leistungsstark und leistungsorientiert wahrgenommen werden, als Firmen, die einen wichtigen Beitrag zur unternehmerischen Vielfalt leisten. Und auch ein bisschen weniger Bürokratie dürfte es ruhig sein.

Im Gespräch stellen Woditscha und Voggenberger fest, wie viele Ähnlichkeiten zwischen ihnen als Unternehmer herrschen: Beide beraten, beide arbeiten direkt mit den Kunden, für beide sind Auftreten und Umgangsformen Teil des Geschäfts. Beides hat viel mit Persönlichkeit zu tun.

Hobby zum Beruf gemacht


Und beide sagen, sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Dennoch fühlt Woditschka sich aber gerade in seiner Branche immer wieder mit Nachteilen konfrontiert: "Trainer darf sich jeder nennen und manche drücken mit Billigangeboten ganz schön die Preise", meint er. "Aber die Kunden brauchen eben nicht nur Training, sondern darüber hinaus auch Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement." Voggenberger nickt. Entscheidet sich eine Firma oder eine Privatperson für sie, muss das Paket passen - und zwar für beide Seiten. Bei der Einkaufsbegleitung für Privatkunden bespricht sie zuerst im Detail, was gewünscht wird, welche Marken bevorzugt werden und welches Budget angedacht ist. Dann trifft sie eine Vorauswahl und der Kunde entscheidet sich für bestimmte Teile und Kombinationen. Mehrheitlich wenden sich Damen mit Stylingfragen an sie, allerdings sind Männer meistens schneller in ihren Entscheidungen, meint sie. Firmenkunden unterstützt Voggenberger sowohl in optischen Fragen als auch bei Umgangsformen.

"Hand aufs Herz: Wenn du zum Beispiel durch Wien spazierst, kleidest du die Menschen dann manchmal in Gedanken um?", fragt Woditschka. "Nein, privat schalte ich da ab, sonst hätte ich viel zu tun", schmunzelt Voggenberger. Und sie ärgert sich kurz darauf wieder, als es um den 20-prozentigen Selbstbehalt für Unternehmer bei Arztbesuchen geht: "Die Selbstbehalte sind eine Frechheit. Das ist so überholt, das kann ich nicht nachvollziehen." Diesmal nickt Woditschka.

"Stadt ist verrückt genug"


Trotz allem: Für beide ist Wien ein guter Standort, um mit und an Kunden zu arbeiten. Um zu netzwerken. Und die Stadt ist verrückt genug, um potenziell verrückte Gründungsideen erfolgreich umsetzen zu können, wie die zwei bewiesen haben. Und 55.000 Einpersonen-Unternehmer es Tag für Tag tun.