Wichtige Einrichtung


Weil Aufklärungsarbeit alleine aber nicht genug ist und es in ganz Österreich kein stationäres Kinderhospiz gibt, wurde 2007 das mobile Kinderhospiz ins Leben gerufen. Eine Kinderärztin und Kinderkrankenschwestern betreuen die kleinen Patienten, während unter anderem eine Sozialarbeiterin, eine Familienarbeiterin und rund 25 ehrenamtliche Helfer die Familie aufzufangen versuchen. Etwa, indem sie mit den Geschwistern spielen, mit ihnen Hausaufgaben machen, etwas unternehmen oder einfach da sind.

Auch im Rahmen einer eigenen, professionell geleiteten Gruppe dürfen die Geschwister offen über ihre Probleme sprechen - wenn sie das möchten. Vor allem aber sollen sie bei den gemeinsamen Aktivitäten den Alltag vergessen und Spaß haben. Das Kinderhospiz Netz begleitet die Familie auch über den Tod des Kindes hinaus: mindestens ein Jahr lang, meist jedoch länger.

Weil freiwillige Helfer ganz besonders auf ihre Aufgaben in den Familien vorbereitet werden müssen, findet jedes Jahr ein Befähigungskurs statt. Nicht jeder, der diesen absolviert hat, möchte dann auch eine Familie begleiten, weiß Reisinger. "Aber das ist okay", ergänzt ihre Stellvertreterin Irene Eberl. "Wir haben genügend andere Tätigkeiten, bei denen jeder anpacken kann, zum Beispiel bei unserem Stand am Adventmarkt auf der Freyung oder bei Benefizveranstaltungen." Ohne Spenden könnte das Kinderhospiz Netz nicht existieren, Förderungen gibt es so gut wie keine. Der Fonds Soziales Wien etwa unterstützt zwar die Pflege des kranken Kindes durch die Kinderkrankenschwestern, nicht aber die Kinderhospiz-Arbeit selbst. "Im Endeffekt ersparen wir den Spitälern viel Geld, nur handelt es sich in Österreich immer um verschiedene Töpfe, aus denen Förderungen bezahlt werden", kritisiert Eberl.

In sechs Jahren bereits 30 Familien aufgefangen


Oft wendet sich das Krankenhaus direkt nach der Diagnose an das Kinderhospiz Netz. Gemeinsam mit den Familien kann dann noch vor der Entlassung zu Hause alles vorbereitet werden. Denn eine so bedrohliche Diagnose stellt das Leben der Angehörigen komplett auf den Kopf. In der Betreuung zählt in erster Linie die Lebensqualität des Kindes und der Familie.

"Unser Team achtet neben der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Betreuung, darauf, dass der Alltag so gut wie möglich gelebt werden kann, dass Geburtstage und auch alle anderen Feste mit dem kranken Kind gefeiert werden können, die Familie so wenig wie möglich getrennt ist", betont Reisinger. Seit 2007 hat das Kinderhospiz Netz so bereits über 30 Familien aufgefangen. Derzeit sucht das Team dringend einen zweiten Kinderarzt, denn die Ressourcen werden langsam knapp.