Wien. Am Freitag ist es so weit. Europas Rechte treffen und vernetzen sich, wie jedes Jahr, bei einer Ballnacht in der Wiener Hofburg. Auf der Homepage des Wiener Akademikerballes (inoffizieller Nachfolger des Balles des Wiener Kooperationsringes) versprechen die Veranstalter der FPÖ einen Abend voller "Glanz, Glamour und Tradition". Für die Wiener Polizei bedeutet diese Nacht einen der größten Einsätze des Jahres.

Vorgeschmack auf Freitag

Denn nicht alle Bürger verbinden diese Nacht mit berauschendem Glamour. "Unseren Hass, den könnt ihr haben" lautet das Motto des NOWKR-Bündnisses, welches zu einer der insgesamt drei angemeldeten Demonstrationen aufruft. Und das alarmiert die Polizei: "Wir wissen von Personen, die nicht nur friedlich demonstrieren, sondern bereit sind, gewaltsam gegen Ballbesucher und die Polizei vorzugehen", sagt Erich Zwettler, Leiter des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) am Mittwoch.

Der verbotene Platz - am Freitag, 24. 1. 2014, ab 16.30 Uhr ist das Betreten dieses Bereichs "ohne Berechtigung und der Aufenthalt in ihm ... verboten".
Der verbotene Platz - am Freitag, 24. 1. 2014, ab 16.30 Uhr ist das Betreten dieses Bereichs "ohne Berechtigung und der Aufenthalt in ihm ... verboten".

Bereits im Vorfeld seien vier Burschenschafter-Vereinslokale mit Farbe beworfen worden. Außerdem sei ein Polizeifahrzeug beim Polizeianhaltezentrum am Hernalser Gürtel angezündet worden. "Nach allem, was wir sagen können, steht das schon im Zusammenhang mit den Ereignissen am Freitag", so Zwettler.

Die Polizei rechnet derzeit mit bis zu 1500 Gegendemonstranten pro Demonstrationszug. Die Teilnehmer der vom NOWKR-Bündnis veranstalteten Demo treffen sich um 17 Uhr beim Bahnhof Wien Mitte/Landstraße. Die Offensive gegen Rechts ruft zur Versammlung um 17 Uhr beim Schottentor auf. Beide Protestzüge werden sich Richtung Stephansplatz bewegen. Eine weitere angemeldete Demo soll laut Polizei um 17.30 Uhr von der Uni in Richtung Omofuma-Denkmal und Museumsquartier starten. Die Polizei rechnet hier ebenfalls mit spontanen, unangemeldeten Versammlungen nach Ende der größeren Demonstrationszüge ab 20 Uhr.

Deutsche Aktivisten

Was die Polizei zudem verunsichert, ist die geplante Protestunterstützung aus Deutschland. Sieben Autobusse aus verschiedenen deutschen Städten wie Hamburg, Köln, Magdeburg oder Göttingen seien bereits für einen Wien-Besuch angekündigt. Die Wiener Polizei steht im Kontakt mit ihren deutschen Kollegen. "Die deutschen Demonstranten gehen wesentlich brutaler vor, als das bei uns üblich ist", sagt Zwettler und erwähnt dabei etwa die Ausschreitungen in Hamburg, wo vor kurzem gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums protestiert wurde.