Wien. Um die Flächen für die bis 2025 benötigten 120.000 Wohnungen zu sichern, gibt es vonseiten der Stadtregierung ein klares Bekenntnis zur Nachverdichtung in der Stadt. Das erklärte Planungsstadträtin Maria Vassilakou am Freitag bei einem Hintergrundgespräch zum Stadtentwicklungsplan (STEP) 2025, der am Mittwoch bei einer Regierungsklausur von SPÖ und den Grünen abgesegnet wurde - die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Auch die Skepsis gegenüber der Höhenentwicklung von neuen Gebäuden müsse abgelegt werden, meinte Vassilakou.

Was auf den ersten Blick wie ein Bekenntnis zum Zubetonieren der Stadt klingen mag, hat durchaus nachvollziehbare Hintergründe: So könne durch eine bestimmte Art von Nachverdichtung mehr Urbanität erzeugt werden, als etwa "normale" Wohnblöcke aus den 50er, 60er und 70er Jahren dazu in der Lage sind. Verbindet man zum Beispiel zwei sich gegenüberliegende Wohnblöcke durch einen Zubau, so entsteht eine Hofsituation, die nachweislich dazu führe, dass der öffentliche (Grün-)Raum wieder genutzt wird. Nutzt man den Zubau für kleine Geschäfte, Ärzte oder Nahversorger, entsteht neues Leben - und ein Grätzel ist geboren.

"Wir wollen keine Pyjama-Städte", betonte Vassilakou. Und das Gegenrezept seien Mischnutzungen, die Vielfalt hervorbringen. Lernen, Arbeiten, Wohnen seien Dinge, die stadtplanerisch gesehen nicht mehr getrennt voneinander gedacht werden sollen.

Was die Höhenentwicklung betrifft, so würden derzeit die Hochhausleitlinien "nachgeschärft". Denn sobald hohe Häuser öffentlich zugänglich sind - etwa durch Geschäfte oder Restaurants -, könne auch dort Urbanität einkehren und eine Verbindung zum jeweiligen Grätzel hergestellt werden.

"Keine Autofahrer-Schikane"


Einmal mehr betonte die Stadträtin, dass der Ausbau von Öffis, Rad- und Fußwegen nichts damit zu tun habe, die Autofahrer zu schikanieren. Vielmehr soll eine gemeinsame Regionalplanung in der Ostregion dafür sorgen, dass Wachstum entlang von Bahnlinien stattfindet und nicht in der grünen Wiese. In der Stadt selbst gehe es darum, dass man es schafft, die Öffi-Verbindungen und die Sharing-Angebote, wie etwa City-Bikes oder Car2Go, attraktiver zu machen als das eigene Auto. Zumindest wenn es darum geht, sich innerhalb der Stadt fortzubewegen.