Wien. Am 21. November ist Eva-Maria Hatzl (61) als neue Bezirksvorsteherin Simmerings angelobt worden. Mit der "Wiener Zeitung" sprach sie über wachsende Bevölkerungszahlen, die geplante islamische Prediger-Schule und die Wien-Wahl 2015.

"Wiener Zeitung": Seit rund einem Monat sind Sie im Amt, mit welchen Anliegen kommen die Menschen zu Ihnen?

Eva-Maria Hatzl: Großteils betreffen die Anfragen Wohnungen, viele brauchen Hilfe, weil sie finanzielle Sorgen haben. Wo es geht, helfen wir. Sonst geht es um Verkehrsprobleme.

War der Wechsel an der Bezirksspitze etwa ein Jahr vor dem geplanten Wahltermin ungewöhnlich?

Nein, das war seit Jahren so ausgemacht, dass wir jetzt den Wechsel machen und ich mich noch ein Jahr in das Ganze einarbeiten kann.

Mit 67 ist Ihre Vorgängerin Renate Angerer in Pension gegangen, Sie sind 61. Das war kein Generationenwechsel.

Nein, das war es nicht. Wir haben Nachwuchskräfte, die aber sagen: Lasst mir noch ein bisschen Zeit. Daher wurde ich gefragt - ich war ja längere Zeit im Gemeinderat -, ob ich es nicht noch machen möchte. Und da ich ganz gerne in der Nähe von den Bürgern bin, hat es mich gereizt. Ich denke, dass ich die Funktion eine Periode mache, dann soll jemand Jüngerer kommen, der länger die Funktion ausübt.

2010 erreichte die SPÖ in Simmering knapp 49 Prozent. Wie wollen Sie die Absolute verteidigen?

Mit vielen Gesprächen mit den Bürgern. Ich möchte ihnen klarmachen, dass wir von der SPÖ unsere Versprechen halten. Ich verspreche nichts, das ich dann nicht halten kann. Mein Ziel ist es, das Ergebnis zu halten, was mehr ist, ist schön, aber ich weiß, dass das nicht leicht wird.

Gleichzeitig hat 2010 die FPÖ im Bezirk etwa 17 Prozent gewonnen, worauf führen Sie das zurück?

Die FPÖ setzt auf Parolen gegen Ausländer. Die Leute sind nicht zufrieden, weil zu viele Menschen mit Migrationshintergrund geballt in die Gemeindebauten kommen. Aber umgekehrt sind das auch Bewohner, die dem Bezirk viel bringen. Ich glaube, je weniger Geld die Menschen haben, desto unzufriedener werden sie. Da fallen sie auf Versprechen rein, die dann aber nicht umgesetzt werden können. Wir von der SPÖ sagen im Gegensatz dazu klar, was nicht geht - und das gefällt eben nicht jedem.