Wien. In der Proschkogasse im 6. Bezirk hat ein neuer Teppichhändler eröffnet. Wer jetzt an große Schauräume denkt, in denen sich die Auslegware stapelt, liegt jedoch falsch. Bei Onloom gehen Teppiche nur virtuell über den Ladentisch. Gegründet wurde der Online-Versand für Teppiche von den Tirolern Georg Parth, Fabian Rauch und Paul Scheithauer. Drei Jungunternehmer in ihren Zwanzigern, die sich Läufern und Bettvorlegern verschrieben haben.

Georg Parth und Fabian Rauch wohnen bereits seit drei Jahren in Wien, Paul Scheithauer seit zwei Jahren. Während Georg und Fabian sich noch aus der Schule in Innsbruck kennen und gemeinsam Wirtschaft in Mailand studiert haben, stieß Paul erst durch einen gemeinsamen Freund hinzu. Zu dritt ersannen sie wenig später Onloom, woran sich Fabian Rauch im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" noch genau erinnert.


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"Die ursprüngliche Idee war, aus einem persönlichen Problem heraus zu handeln. Als wir Tiroler nach Wien gezogen sind kam früher oder später der Klassiker: Die Wohnung einrichten. Ich glaube jeder kann nachvollziehen, dass es ziemlich nervig ist, an einem Samstag in ein Einkaufszentrum vor Wien zu fahren und dort die Möbelhäuser abzuklappern. Das war der Ansporn für uns, wir haben uns gedacht "Das muss irgendwie g’scheiter gehen."

Virtuelle Hausbesuche


Da es "etwas gewagt" gewesen wäre, große Möbelhäuser wie Ikea frontal anzugreifen, wie Fabian Rauch augenzwinkernd anmerkt, haben sie sich mit Onloom auf den Teppichmarkt konzentriert. Dieser Markt ist spannend, wenn auch veraltet, meint er. "Auch das Produkt selbst ist etwas Spannendes und wir haben versucht, das Online aufzubauen und auch richtig zu machen."

Das Konzept stand nicht über Nacht, erklärt Paul Scheithauer. "Wir haben ewig lang dran herumgebastelt". Es war schwierig, alle möglichen Probleme der Kunden zu identifizieren und zu berücksichtigen, fährt er fort. " Man will nicht nur 20 Teppiche sehen, sondern ein großes Sortiment zur Verfügung haben. Man will sich auch keinen Bulli von einem Freund ausleihen müssen, um den Teppich dann in den fünften Stock zu schleifen - man will ihn geliefert haben. Und wenn er nicht passt, will man ihn zurückschicken können."

Onloom steht vor allem mit ausländischen Versandhäusern und Onlineanbietern in Konkurrenz. Ein Alleinstellungsmerkmal muss her. Laut den drei Gründern ist das ein hohes Maß an Expertise, das sie ihren Kunden bieten. Zehn Stunden täglich kann man sich über die aus Österreich, Deutschland und der Schweiz kostenlose Hotline beraten lassen. "Wir versuchen die Verkäuferpersönlichkeit, die menschliche Komponente in den Onlineversand zu bringen.", meint Paul Scheithauer. Wenn sich die drei Tiroler für ihre Kunden eins nehmen, dann ist das Zeit. "Wir hatten schon Kunden, die sicher zehnmal angerufen haben", überlegt Fabian Rauch. Das Problem ist, ein Produkt anzubieten, bei dem es eigentlich wichtig ist, es in der Hand halten zu können, ergänzt er. Die intensive Beratung soll das ausgleichen. Die ständige Kundenbetreuung ist wichtig, weiß Georg Parth. "Man muss da den Zeitraum sehen. Der Entscheidungsprozess ist nicht nach einem Tag abgeschlossen, das kann Wochen dauern. Da werden Muster geschickt, Längen abgemessen, was passt zu welchem Tisch et cetera." Sogar virtuelle Hausbesuche sind im Service drin, so Fabian Rauch. "Kunden haben uns schon Fotos von ihrem Wohnzimmer geschickt und wir haben dann die Teppiche digital ins Bild eingefügt, damit sie sich das besser vorstellen konnten."