Wien. (afm) Beginnend ab Freitag befragt die Wiener Ärztekammer bis 24. Juni die Ärzte des Wiener Krankenanstaltenverbands (KAV) zu ihrer Streikbereitschaft, sollten ihre Gehaltsforderungen betreffend der neuen Arbeitszeitrichtlinien von der Stadt nicht umgesetzt werden. Die zuständige Kurie hatte zum dritten Mal die Verhandlungsergebnisse innerhalb des KAV abgelehnt.

"Es scheint, dass bei der Ärztekammer Vorwahlkampf ausgebrochen ist", kommentierte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely am Donnerstag das Vorgehen. Sie bleibt weiterhin dabei, dass die von der Ärztekammer für den KAV geforderten zusätzlichen 25 Millionen Euro keine sachliche Grundlage haben. Außerdem würde ein Aufschnüren des Pakets negative Signalwirkungen auf bereits geschlossene Vereinbarungen in anderen Bundesländern haben. "Da geht nicht nur Wien auf, sondern ganz Österreich."

Parallelen zum Beinahestreik der Ärzte des AKH sieht die Stadträtin nicht "Im Fall des AKH war von fünf eine einzige Forderung offen, die mit einem Angebot seitens der Krankenhausleitung erfüllt wurde. Beim KAV waren nach den erneuten Forderungen plötzlich wieder alle fünf Punkte offen, obwohl hier zuvor ebenfalls vier Punkte erledigt waren."

Seitens der Ärztekammer wartet man das Ergebnis der Befragung ab, dann wird man sich beraten. "Einen Streikbeschluss gab es nicht, wir prüfen nur die Streikbereitschaft", betont Präsident Thomas Szekeres gegenüber der "Wiener Zeitung". "Wir hoffen natürlich, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, aber im Moment sind die Fronten etwas verhärtet."