Wien. Mit wem die SPÖ in Wien koalieren wird, steht noch nicht fest. Fix ist aber, dass die Roten aufgrund der Zugewinne der FPÖ bei der Wahl einen Stadtrat weniger haben werden als bisher. Wer seinen Platz räumen muss, ist von den Genossen noch nicht kommuniziert worden. Stattdessen brodelt es in der Gerüchteküche, wo bereits jeder der sieben Stadträte zur Disposition stand. Die "Wiener Zeitung" liefert einen kurzen Überblick über das Beste aus vier Wochen Gerüchteküche:

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig war einer der Ersten, der nach der Wahl als Abschiedskandidat galt. Dem Floridsdorfer wurde vorgeworfen, eine besondere Nähe zum Erzfeind FPÖ zu pflegen und die Genossen in den Gemeindebauten vernachlässigt zu haben. Außerdem wurde Ludwig angelastet, dass er "seinen" Bezirk Floridsdorf nur knapp vor der FPÖ halten konnte. Laut Rathaus-Insidern soll zudem Wohnbau und Planung zu einem Superressort zusammengelegt werden. Für diesen Job kursieren mehrere Namen, darunter auch Manager.

Klubchefposten als Reservoir


Ludwig könnte dafür Christian Oxonitsch als Bildungsstadtrat beerben und Oxonitsch neuer Klubchef werden. Allerdings nicht, wenn es zu rot-schwarz käme. Denn anders als der derzeitige Klubchef Rudi Schicker gilt Oxonitsch als Befürworter einer rot-grünen Koalition und somit als idealer Vermittler zwischen den möglichen Koalitonspartnern. Oxonitsch war bereits vor Schicker als erfolgreicher Klubobmann tätig. In einem anderen Szenario könnte der derzeitige Bildungsstadtrat Gabriele Heinisch-Hosek als Bildungsministerin ablösen.

Dass die Position von Rudi Schicker als Versorgungsposten benötigt werde, ist aus SPÖ-Kreisen schon länger zu hören. Damit könnte jener Stadtrat versorgt werden, der nun gehen muss. Bereits in den Jahren 1996 und 2010 wählten die Genossen diese Methode. 2010 traf es Schicker selbst, der das Verkehrssressort für Maria Vassilakou (Grüne) räumen musste. Dieses Mal könnte Schicker im Gegenzug den Gemeinderatsvorsitz von Godwin Schuster übernehmen, der in Pension geht.

Abgespecktes Finanzressort


In Pension gehen könnte auch der 67-jährige Landtagspräsident Harry Kopietz. Als Nachfolgerin wurde die bisherige Finanzstadträtin und Vizebürgermeisterin Renate Brauner gehandelt. Das Finanzressort soll schließlich abgespeckt werden und der Vizebürgermeistertitel an die Grünen gehen.

Ein Wechsel könnte auch Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely in den Bund bevorstehen, allerdings nur, wenn ihr Ehemann Andreas Schieder nach Wien geht. Sie gilt ebenso wie Oxonitsch als Kandidatin für das Bildungsministerium, aber auch als Anwärterin auf den Klubchefsessel.

Die drei Stadtratsbüros Kultur (Andreas Mailath-Pokorny), Umwelt (Ulli Sima) und Integration (Sandra Frauenberger) gelten in den Gesprächen mit den Grünen als verhandelbar. So könnte jedes der drei Ressorts in ein anderes eingegliedert werden. Personell wurde Andreas Mailath-Pokorny zuletzt als zukünftiger Bundestheatergeneraldirektor gehandelt. Die Ausschreibung für den Posten ist zwar mit 27. Oktober ausgelaufen, wer den Job bekommt, steht aber noch nicht fest.