Wien. Noch-Bezirksvorsteherin und Neo-FPÖ-Gemeinderätin Ursula Stenzel zeigt sich empört über aktuelle Vorwürfe gegen ihre Person. Dass ihre neue politische Heimat den rechten Rand anzieht, stellt sie in Abrede.

"Wiener Zeitung":Frau Stenzel, Ihr Name ist medial wieder einmal in aller Munde, weil behauptet wird, dass Sie als Bezirksvorsteherin nicht Ihren Sessel räumen wollen und nun auch noch doppeltes Gehalt kassieren: nämlich als Noch-Bezirkschefin der Innenstadt und als neu angelobte FPÖ-Gemeinderätin. Stimmt das?

Ursula Stenzel: Ich kann allen diesen sehr üblen Unterstellungen ganz klar entgegnen: Ich beziehe kein doppeltes Gehalt. Solange ich auf dem Papier noch Bezirksvorsteherin bin - und das ist bis 22. Dezember der Fall -, ist mein Gehalt als Gemeinderätin stillgelegt.

Und Sie haben auch nicht versucht, den Bezirkschef-Wechsel in die Länge zu ziehen?

Natürlich nicht. Das hat sachliche Gründe und nichts mit Sesselkleben zu tun. Abgesehen davon wage ich daran zu erinnern, dass ich am 22. Dezember vor zehn Jahren angelobt wurde. Also so ungewöhnlich ist das nicht, zumal ein Drittel aller Bezirke überhaupt erst Mitte Dezember soweit ist.

Böse Zungen behaupten, dass Sie zusätzlich zu ihrem Einkommen Pensionen sammeln: ORF-Pension, eine Pension als ehemalige EU-Parlamentarierin sowie noch eine Witwen-Pension. Inwieweit ist das zutreffend?

Erstens: Ich beziehe eine normale PVA-Pension, die jedem Bürger nach 45 Arbeitsjahren und dem entsprechenden Alterslimit zusteht. Und selbst die habe ich die ersten vier Jahre nicht in Anspruch genommen. Zweitens: Die ORF-Pensionsansprüche wurden mir bei meinem Ausscheiden in Form einer Abfertigung abgegolten. Daher beziehe trotz meiner fast 30-jährigen ORF-Laufbahn keine monatliche ORF-Pension. Drittens: Ich habe damals aus politischen Gründen darauf verzichtet, eine Pension des EU-Parlaments in Anspruch zu nehmen. Das heißt: Ich beziehe keine Europa-Parlaments-Pension. Und viertens: Ich bekomme auch keine Witwenpension. Diese ist aufgrund der Höchstbemessungsgrundlage, die ich marginal überschreite, ruhend gestellt. Ich kann ihnen also gar nicht sagen, wie entsetzt ich darüber bin, wie man hier versucht, meine Ehrenhaftigkeit in Frage zu stellen.