Wien. Währing und Parkpickel ist seit dem Polit-Wechsel im 18. Bezirk kein Paradoxon mehr. Mit dem Wahlsieg der Grünen bei der Bezirksvertretungswahl im Oktober des Vorjahres war es klar: Das Parkpickerl kommt - und mit den Stimmen der SPÖ gibt es eine Mehrheit im Bezirk.

Wäre es rechtskonform gewesen, hätte die neue grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek das Parkpickel bereits bei der konstituierenden Sitzung im Dezember, bei der die Bezirksparlamentarier und Nossek selbst angelobt wurde, zur Abstimmung gebracht. Nossek musste jedoch auf die erste Sitzung im neuen Jahr warten. Und am Donnerstagabend war es soweit. Das flächendeckende Parkpickerl ist mit grün-roter Mehrheit beschlossen. Die ÖVP, FPÖ und Neos stimmten dagegen.

Anfang September soll es laut Nossek so weit sein. Für die Vorarbeiten - wie Kostenermittlung und Aufnahme der notwendigen finanziellen Mittel ins Bezirksbudget sowie für das Abringen der Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen - wurde grünes Licht gegeben. Weitere Details, wie und wo es Überlappungszonen mit Hernals geben wird, wie viel das Parkpickerl kosten wird und, ab wann die Währinger es beantragen können, werden im Frühjahr bekannt gegeben.

Jetzt prüft Döbling


Während im Währinger Bezirksparlament vor der Parkpickerl-Abstimmung heftig diskutiert wurde, wurde im Nachbarbezirk Döbling fast zeitgleich ohne viel Aufsehen zu erregen von allen Fraktionen am Donnerstag ein Antrag verabschiedet, in der Verkehrskommission die Parkpickerl-Einführung zu überprüfen. "Es hat nicht einmal eine Minute gedauert, alle haben mitgestimmt", sagt der Döblinger ÖVP-Bezirkschef Adi Tiller gegenüber der "Wiener Zeitung".

In der Verkehrskommission, bei der alle Parteien vertreten sind, die jedoch im Gegensatz zur Bezirksvertretungssitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt findet, sollen alle Vor- und Nachteile abgewogen werden. "Wir laden dazu Vertreter des ÖAMTC, Arbö, VCÖ und der Stadt ein", so Tiller. Zentrale Fragen laut Tiller wären: Wo können die 800 Lehrer, die zu 90 Prozent nicht im Bezirk wohnen, parken, sollte das Parkpickerl in Döbling kommen? Oder, welche Lösung können für Unternehmer gefunden werden? "Es gibt nur ein für oder ein dagegen, aber es denkt niemand darüber nach, wie es auch anders funktionieren könnte", sagt Tiller.