Iris Heckel (l.) bei einem Kundengepräch am Kutschkermarkt in Währing. - © Diva Shukoor
Iris Heckel (l.) bei einem Kundengepräch am Kutschkermarkt in Währing. - © Diva Shukoor

Wien. Zwischen der St. Gertrud Pfarrkirche und dem Kutschkermarkt in Währing riecht es nach Erdbeeren. Im Hintergrund hört man das Gelächter spielender Kinder. Vereinzelt gehen Menschen hektisch vorbei, sie eilen zur Straßenbahn oder zum nächsten Termin. Einige sitzen in dem Mini-Park gegenüber der Kirche. Eintöniger könnte eine Stadt-Szene nicht sein.

Wäre da nicht Iris Heckel. "Hallo, darf man mit dir plaudern?", fragt Heckel, 26, betont fröhlich und höflich. Sie trägt eine grüne Greenpeace Jacke über ihrer Strickjacke. In ihren Händen hält sie einen dicken, schwarzen Ordner mit einem unheimlichen Bild, auf dem ein Mann zu sehen ist, der von Kopf bis Fuß in Erdöl getränkt wurde. Die angesprochene junge Dame hat keine Zeit und geht weiter. Auch ein halbes Dutzend weiterer Frauen und Männer gehen nicht auf die Frage von Heckel ein. Die 26-Jährige lässt sich dadurch aber nicht abbringen und spricht die nächste Dame an. Diesmal klappt es.

Iris Heckel ist eine Greenpeace-Dialogerin. Das sind jene Leute, die auf der Straße Menschen ansprechen. Das primäre Ziel dabei ist es nicht, Finanzmittel aufzutreiben, wie Heckel erklärt. Sie wollen eigentlich nur reden. "Wir sind das Gesicht von Greenpeace. Wir wollen daher über unsere Arbeit erzählen", so Heckel. Dialoger informieren über einzelne Projekte oder Petitionen, die Greenpeace ins Leben gerufen hat.

Derzeit geht es um die Präsenz der OMV in der Arktis. "Ich war geschockt zu hören, wie wenig die Menschen über ihre Umwelt wissen oder sich darüber interessieren", sagt Heckel. Neben der Informationsvermittlung möchte man auch Unterschriften sammeln, die dann genutzt werden sollen, um Druck auf große Firmen auszuüben.

Ob das jedoch wirklich Wirkung zeigt, ist fraglich. Man spricht gerne vom "Riesenerfolg" gegen den britisch-niederländischen Ölkonzern Shell. Man habe jahrelang Unterschriften gesammelt, damit sich der Erdöl-Gigant aus dem US-amerikanischen Alaska zurückzieht. September 2015 tat er das auch tatsächlich. Jedoch wurde das aus nachvollziehbaren Gründen, sprich keine Rentabilität, getan. Greenpeace-Aktivisten feiern dennoch den Erfolg. "Es war sehr motivierend. Ich wollte mich gleich mehr einsetzen", erinnert sich Heckel.

Vor fünf Jahren begann sie sich in ihrer Heimatstadt Augsburg ehrenamtlich für Greenpeace zu engagieren. Sie ging auf die Straße und sammelte Unterschriften für Petitionen. Später wurde sie auch Aktivistin und demonstrierte unter anderem vor dem französischen Kernkraftwerk Fessenheim.