Sexarbeit heute


Und heute? Bereits ab dem 19. Jahrhundert mischen sich verschiedene Stimmen in die Diskussion rund um die Sexarbeit ein. Oft, um den Schutz der Sexarbeiterinnen vor Gewalt und Ausbeutung zu fordern. Doch aktuelle Gesetze und Regelungen seien kaum darauf ausgerichtet, die Sexarbeiterinnen zu schützen. Vielmehr wird die Gesellschaft vor der Sexarbeiterin geschützt, ist sich das Team rund um die Lustwerkstatt sicher. "Das neue Prostitutionsgesetz 2011 hat das verstärkt. Die Polizei verwendet viele Beamte, Energie und Zeit um Jagd auf Sexarbeiterinnen zu machen", so Leisch. Ein weiteres Mal sei das noch stärkere Abdriften in unsichere und prekäre Arbeitsverhältnisse erkennbar.

Eine Stimme, die in all diesen Diskussionen kaum hörbar ist, ist jene der Sexarbeiterinnen selber. Daher auch die Lustwerkstatt: "Das engere Team besteht aus zehn Frauen, Sexarbeiterinnen, ehemaligen Sexarbeiterinnen und Nicht-Sexarbeiterinnen. Das letzte Wort und ein Veto-Recht haben jene mit Sexarbeitserfahrung", erklärt die Initiatorin.

Auch im Hof des Alten Rathaus wird die Stimme einer Sexarbeiterin laut. Sie positioniert sich gegenüber dem Bürger Utilitarius, dem Arbeitsdiktat, dem "Siegeszug der Uhr" als widerständig: "Korrektiv sein. Immer wieder überraschen. Wie soll mein Kunde rausgehen? Vergnügt, beglückt? Mit Energie beladen, überwältigt? Unser Erfolg hängt von unserer Persönlichkeit ab, vom Vermögen oder Unvermögen, Momente zu schaffen, welche aus der Zeit fallen. Welche sich der Vergänglichkeit widersetzen."

Das nächste "Erotisch-historische Rendezvous" findet am 3. Juni

am Graben statt.

www.lustwerkstatt.at