Wien. Wer an heißen Sommertagen eine Abkühlung in der Alten Donau sucht, muss sich das eher laue Nass nicht nur mit zahlreichen anderen Badenden teilen, sondern auch mit Wasserpflanzen: Bedingt durch den milden Winter gibt es heuer außergewöhnlich viele davon. Um des starken Wachstums Herr zu werden und das Freizeitparadies Alte Donau zu erhalten, setzt die Stadt Wien schon seit 2003 Mähboote ein. Die Spezialfahrzeuge sind ab Mitte Mai bis Ende September unterwegs und entfernen, beginnend in der Oberen Alten Donau, zu hohe Wasserpflanzen.

An einer weiteren Maßnahme zur Reduktion der Wasserpflanzen wird momentan im Floridsdorfer Wasserpark an der Oberen Alten Donau gearbeitet: Die Errichtung eines biologischen Bodenfilters soll helfen, das Pflanzenwachstum einzudämmen. Seit März wird am Südufer des Parks der Prototyp dazu errichtet. Entwickelt wurde er von der MA45 (Wiener Gewässer) im Rahmen des 2013 gestarteten EU-Projekts "Life+ Alte Donau", dessen Ziel es ist, die Alte Donau als ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet zu erhalten. Das Programm umfasst auch die Gestaltung von Uferzonen und die Errichtung neuer Liegewiesen, wie etwa jener an der Strombucht (Dampfschiffhaufen 49). "Wir sorgen dafür, dass das Natur- und Freizeitjuwel Alte Donau auch zukünftigen Generationen auf diesem hohen Niveau erhalten bleibt", sagt dazu Umweltstadträtin Ulli Sima.

Mehr Wasseraustausch

Nach seiner Inbetriebnahme soll der Bodenfilter nährstoffarmes Wasser aus der Neuen Donau in die Alte Donau hinüberleiten. Momentan ist der Wasseraustausch eher gering: Im Westen des Floridsdorfer Wasserparks sickert eine kleine Quelle unter der Donauuferautobahn durch den Hubertusdamm und verhindert dadurch, dass die seichten Wasserbecken im Winter zufrieren.

Mit dem neuen biologischen Bodenfilter können bis zu 90 Liter Frischwasser pro Sekunde eingeleitet werden, wodurch das Wuchern der Wasserpflanzen, sogenannter Makrophyten, in der Alten Donau reduziert werden soll. Durch die starken Regenfälle hat sich die Inbetriebnahme allerdings verzögert: Statt wie geplant schon im Juni soll der Bodenfilter nun erst Mitte August in Betrieb gehen.

Neben dem praktischen Nutzen soll der Bodenfilter auch optisch ansprechend gestaltet werden und für die Parkbesucher nutzbar sein: Das 2000 Quadratmeter große Flachwasserbecken wird mit Röhricht bepflanzt und soll Amphibien und andere Wassertiere anlocken. Außerdem bietet der Filter eine begehbare Promenade und Sitzmöglichkeiten. Die Gesamtkosten für Planung und Errichtung betragen 1,7 Millionen Euro brutto und werden zur Hälfte von der EU getragen.