Die Stadt Wien muss reagieren; Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely will sich heute, Dienstag, dazu äußern. Sie hat bis dato klargemacht, dass der Fahrplan eingehalten würde. Der Wiener SPÖ-Gemeinderatsabgeordnete Kurt Wagner sagte am Montag, dass das vereinbarte Paket umzusetzen sei. Die Wiener Ärztekammer und die Opposition würden es stattdessen zum Politikum machen.

Die Opposition warf der Stadträtin durch die Bank Unvermögen vor. Das Ergebnis sei "einzig und allein das Ergebnis einer verfehlten Gesundheits- und Personalpolitik in Rot-Grün", so FPÖ-Gesundheitssprecherin, Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

In den Spitälern heißt es derweil Ärzte gegen Ärzte. Die Umfrage zeigt, dass 58,9 Prozent aller KAV-Ärzte deklariert gegen die Umstellung sind. Für Lothar Mayerhofer, ärztlicher Direktor im Donauspital, kam das Ergebnis allerdings nicht überraschend. Vor allem ältere Ärzte hätten Schwierigkeiten mit der Arbeitszeitumstellung. "Sie wollen auf gar keinen Fall ihre Ordinationen verschieben", sagte er zur "Wiener Zeitung". Der Befürworter der neuen Arbeitszeit ist aber dennoch zuversichtlich, dass die Umstrukturierung gelingen wird. "Es geht darum, sich effizient neu aufzustellen." Bei den Nachtdiensten würde nur dort reduziert, wo es auch möglich sei. "Davor wird bei uns mit der Belegschaft mehrfach gesprochen", so Mayerhofer.

Doch sehr viele Ärzte teilen diese Zuversicht nicht. Die Spitäler seien überlastet, Personal und Nachtdienste würden zunehmend reduziert. Wie das gehen soll, fragen sich viele. Die Frustration der Mediziner werde an allen Ecken und Enden größer, so ein Arzt, der nicht genannt werden will. Am Papier würde die Verteilung einfach sein, die Praxis in einer Zeit der wachsenden Bevölkerung sehe aber anders aus.

In der Vereinbarung zum Paket "Dienstzeitmodell und Besoldung der Ärzte im KAV" wurde "die Einführung von zentralen Notaufnahmen" beschlossen. Die Aufnahmen sollen nicht mehr an den Stationen direkt, sondern zentral in diesen Notaufnahmen erfolgen. Die Patienten verbleiben dort und werden von dort entweder entlassen oder frühestens am folgenden Tag auf die entsprechenden Abteilungen verlegt.

Krankenhaus Hietzing: Pilotprojekt mit derzeit 15 Betten.

Wilhelminenspital: Pilotprojekt mit derzeit 8 Betten.

Krankenhaus Floridsdorf:

derzeit 15 Betten.

Rudolfstiftung: ab Herbst 2016 werden 24 Betten installiert.

Donauspital: derzeit baulich noch nicht möglich, erst nach Etablierung des Augenzentrums in der Rudolfstiftung (bis 2018) werden Räume dafür frei.

Kaiser-Franz-Josef-Spital: derzeit baulich noch nicht möglich. Geplant sind 20 Betten. Ab voraussichtlich September soll dort aber in der Notaufnahme ein vierter Nachtdienst installiert werden. Andere Zentrale Notaufnahmen werden im Zug der Umsetzung des Medizinischen Masterplans umgesetzt. Bei der Schaffung und Umstrukturierung sollen sich räumliche Bedingungen ergeben, die diese dann ermöglichen.

Streitpunkt: Zentrale Notaufnahmen