Wien. Anfang 2017 wird es in Wien eine neue Ärzterufnummer geben. Diese soll zunächst nur ein Zusatzangebot für den Patienten sein und bisherige Rufnummern wie Rettung oder Ärztefunkdienst nicht ersetzen, erklärt Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, im Interview.

"Wiener Zeitung":Wie funktioniert das geplante Teweb und wann wird es die neue Nummer geben?

Peter Hacker: Die Nummer wird voraussichtlich Ende dieses Jahres veröffentlicht werden. Wir wollen das Pilotprojekt im ersten Quartal des nächsten Jahres beginnen. Wir wollen, dass die Menschen, die sich in einer Notfallsituation befinden, weiterhin 144 anrufen. Wir werden das nicht antasten. Aber wenn jemand 144 wählt, weil er Zahnschmerzen hat, dann wird die Rettung zu Teweb durchschaltet. Umgekehrt: Wenn jemand bei Teweb anruft und sagt, dass es ihn auf der linken Seite sticht und es ihm ganz schlecht wird, dann schaltet Teweb zur Rettung durch. Der Patient muss dann nicht alles noch einmal sagen, wie seinen Namen etc. Das heißt, wir arbeiten alle mit demselben Protokoll, demselben Kundenprotokoll. Es ist ein synchron geschaltetes System, wo eines das andere ergänzt.

Wozu braucht es denn eine neue Nummer?

Damit die Menschen gleich zielgerichtet den richtigen Ort im Gesundheitssystem finden, wo sie hingehen sollen. Wer bei Teweb anruft, wird gefragt, was das augenblickliche Problem ist, und bekommt eine medizinische oder pflegerische Beratung. Wir wollen dadurch die Fehlankünfte von Patienten im System verringern. Sie sollen nicht mehr länger zur falschen Stelle gehen. Mit dem Effekt, dass die Wegzeiten und Wartezeiten für den Patienten kürzer werden. Alle Gesundheitsstellen - von den Hausärzten bis zu den Spitälern - sollen dadurch entlastet werden, wenn der Patient zielgerichtet versorgt wird.

Soll die neue Nummer langfristig die Nummer des Ärztefunkdienstes ersetzen?

Jedenfalls nicht in der Startphase, da ist das Teweb mit dem Ärztefunkdienst gekoppelt. Wir wollen erst sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Das hängt davon ab, wie wir den Service schaffen und organisatorisch gestalten können, wie es uns gelingt, eine qualitätsvolle Beratung anzubieten. Letztendlich werden die Wiener entscheiden, ob sie den Service in Anspruch nehmen oder nicht. Deshalb ist es ein Projekt mit einer zeitlichen Projektphase von zwei Jahren. Danach können wir den Schluss ziehen, ob das einen Sinn gehabt hat oder ob wir etwas ändern müssen.

Aber wenn man den Wiener sagt, wählt diese Nummer, dann werden sie es wohl tun, oder?

Das glaube ich auch. Aber es ist nicht vorgesehen, dass wir die Nummer einführen und alle anderen abdrehen. Das wird zunächst gekoppelt.

Das Teweb soll ja nicht nur in Wien, sondern österreichweit eingeführt werden.

Genau. Wir arbeiten mit der gleichen Informations- und Abfragestruktur wie die Bundesländer. Die Qualität der Auskunft soll österreichweit gleich hoch werden, egal, ob man in Wien oder Niederösterreich steht. Wir müssen uns daher mit allen Bundesländern koppeln.