Wien. Wenn die Super Constellation aus Basel am 11. September nach zwei Tagen Aufenthalt in Wien auf dem Airport ihre Triebwerke anlässt, um zu starten, ist dies ein ganz besonderes Spektakel. Denn das Anlassmanöver der vier Sternmotoren bedarf einer besonderen Choreographie.

Der Motor innenbords auf der Copilotenseite ist zuerst dran. Kurz schaut Flugkapitän Ernst Frei aus einem Cockpitfenster, sein Helfer am Boden signalisiert, dass kein Unbefugter nahe dem Propeller steht. Langsam fängt die riesige Dreiblatt-Luftschraube an, sich zu drehen, es vergehen aber einige Sekunden, bis das mechanische Zusammenspiel aus 18 Kolben und zahlreichen Ventilen des Sternmotors harmonisch läuft. Sekunden später folgt der Motor auf der gleichen Tragfläche außen, dann geht es mit den beiden Triebwerken auf der anderen Tragflächenseite weiter, bis alle vier rund laufen.

Die Lockheed L-1049 Super Constellation, von Luftfahrt-Fans kurz Super Connie genannt, ist zwischen den modernen Airlinern am Wiener Flughafen ein absoluter Star. Die Maschine mit Baujahr 1955 hat eine wunderbar schlanke Silhouette, ein hochbeiniges Fahrwerk - und dann erst dieses Heck. Wo bei anderen Propeller-Airlinern der Fünfzigerjahre ein wuchtiges Seitenleitwerk den Abschluss bildet, sind es bei der Super Connie drei fast schon filigran erscheinende Seitenruder, die sie unverwechselbar machen.

Eigentlich wäre ja ein einziges Seitenleitwerk technisch gesehen völlig ausreichend, wenn es genügend groß dimensioniert ist. Aber mit nur einem wäre die Maschine so hoch geworden, dass sie nicht mehr in die damaligen Hangars gepasst hätte. Also wurden drei kleinere gewählt. Für viele Luftfahrtfans ist sie durch ihre elegante Linie das schönste Flugzeug der Welt.

Mit etwa 480 Stundenkilometern Reisegeschwindigkeit und mehr als 6000 Kilometern Reichweite konnten bis zu 100 Passagiere einen für die 1950er Jahre nicht gekannten Reisekomfort genießen. Die 1950 zum Erstflug gestartete Super Connie entwickelte sich zum Erfolgsmodell: Mehr als 850 Exemplare der Super Connie, ihres kleineren Vorgängermodells Constellation und der größten Variante "Starliner" wurden während einer 15-jährigen Bauzeit ausgeliefert.

Es fliegen nur noch zwei


Weltweit fliegt heute außer der schweizerisch zugelassenen Connie nur noch eine weitere Maschine gleichen Typs in Australien. Erst vor wenigen Wochen flog zudem eine dritte Maschine in den USA eine kurze Strecke zu einem anderen Airport, wo sie von Grund auf restauriert und wieder dauerhaft flugfähig gemacht werden soll.