Wien. Die kampfbereiten Ärzte wollen nun auf jeden Fall am Montag streiken. Mehr als 400 Ärzte der Wiener Gemeindespitäler versammelten sich am Mittwoch in einem Hörsaal der Wirtschaftsuniversität Wien, um sich über ihre Rechte im Streikfall aufklären zu lassen. "Der Streik muss verhältnismäßig sein." "Ich muss um etwas kämpfen, das der Arbeitgeber erfüllen kann und das noch nicht erfüllt ist", erklärte Arbeitsrechtsprofessor Franz Marhold den Anwesenden. Der Krankenanstaltenverbund (KAV) müsse auch wissen, wer streikt, denn der, der streikt, bekommt kein Entgelt für diesen Zeitraum.

Die Ärzte sind zwar kampfbereit, aber auch verunsichert. Vor allem junge Ärzte haben um ihre Anstellung Angst. Viele wollen zwar nicht streiken, aber dennoch protestieren. Ihnen wird empfohlen, sich einen Urlaubsschein unterschreiben zu lassen. Denn dieser Punkt, gestand Marhold, sei heikel. Der Arbeitgeber könne viele Gründe nennen, warum ein befristetes Verhältnis nicht in eine unbefristetes übergeht.

"Meine Ausbildung dürfte gar nicht anerkannt werden", sagte ein junger Turnusarzt in die offene Runde. Er hätte sehr oft keinen erfahrenen Kollegen mehr an seiner Seite. "Wir werden herumgeschoben, um Lücken zu füllen." "Es sind 25 Stunden in der Kernarbeitszeit abzuleisten", so ein leitender Arzt vom SMZ Ost zur Ausbildung. Der KAV komme hier seiner Verpflichtung nicht nach. "Wir sind nicht mehr in der Lage unsere Nachfolger auszubilden", so ein anderer Arzt. Deshalb sollte gestreikt werden. "Der Tag soll in die Historie eingehen."

"Es sind jetzt weniger Stunden in der Nacht und am Tag", sagte ein Arzt vom Kaiser Franz Josef Spital. "Statt vier sind wir jetzt zwei Ärzte - ein erfahrener und ein lernender - auf der Intensivstation. Wenn dann nur noch einer da ist und es passieren zwei Fälle gleichzeitig, dann werden wir zu Triage-Weltmeistern: Man muss entscheiden, wen man zuerst behandelt und der andere Patient muss warten."