Karlheinz Hora ist als Bezirksvorsteher Geschichte – auch, wenn die Wahlkarten und die Stimmen der nichtösterreichischen EU-Bürger erst am Montag ab 9 Uhr ausgezählt werden. Anschließend wird das vorläufige Endergebnis bekannt gegeben, ein offizielles amtliches Endergebnis liegt erst am 26. September 2016 vor, wenn ein Beschluss durch die Stadtwahlbehörde erfolgt ist.

"Wir konnten es nicht schaffen, die Wähler zu informieren, um was es wirklich geht", sagt Hora. Was hätte die SPÖ anders machen können? "Wir hätten nichts anders machen können."

Ob Hora zukünftig den Vize im Bezirk geben wird, möchte er nicht beantworten. "Ich will dem Parteigremium nicht vorgreifen. Ob ich ein Mandat haben werde, das wird sich zeigen", sagt er.

Hora ist seit 45 Jahren in der Sozialdemokratie politisch aktiv. "Ich werde die SPÖ nicht verlassen. Ich habe in den letzten 16 Jahren im Gemeinderat wie auch in der Leopoldstadt mitgestalten dürfen. Es macht mir Spaß, wenn ich gestalten darf. Aber Sesselkleber bin ich auch keiner. Ich werde mich entscheiden und mich mit meinen Freunden und Freundinnen entsprechend beraten." In den Polit-Ruhestand geht Hora nicht. "Nein, vielleicht in den Mandats-Ruhestand. Und falls, dann verrate ich es nicht hier und jetzt."

Die FPÖ-Wahlparty

Ortswechsel: In einem Lokal neben der Bezirksvorstehung feiert die FPÖ ihre Wahlparty. Rot-weiß-rote Fahnen auf den Tischen – hie und da ernste Gesichter statt Feierstimmung, obwohl die FPÖ fast vier Prozent dazugewinnen konnte. "Wir haben die sportliche Ansage gemacht, Erster zu werden. Das Ergebnis, dass die Grünen Platz Eins machen werden, hat niemand erwartet", sagt Wolfgang Seidl, der Klubobmann der Leopoldstädter Freiheitlichen.

Die FPÖ hatte, nachdem beim ersten Wahlgang am 11. Oktober 2015 Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Wahlkarten bekannt wurden, die Wahl beim Verfassungsgerichtshof angefochten und hatte Recht bekommen. Der Grund: 23 Wahlkarten wurden damals zu viel ausgezählt, der Stimmenunterschied zwischen den zweitplatzierten Grünen und der drittplatzierten FPÖ lag im Oktober 2015 bei 21 Stimmen. Deshalb musst die Wahl wiederholt werden.
Jetzt, am Abend der Wahlwiederholung hofft Seidl, dass jetzt alles funktionieren würde. "Nichtsdestotrotz, wenn wieder etwas schiefläuft, dann bin ich der Meinung, dass wir aus demokratiepolitischen Gründen das Wahlergebnis anfechten müssen", meint er.
Der Austausch, der im Vorfeld wie bei der Bundespräsidentenwahl schadhaften Wahlkarten, habe laut Seidl hervorragend funktioniert. "Ob es richtig war, die Wahl in der Leopoldstadt nicht zu verschieben? Ich glaube, ja. Ich hoffe, die Auszählung der Briefwahlstimmen funktioniert diesmal wirklich."