Wien. Die Peter-Jordan-Straße ist nur eine von vielen Straßen Wiens, aber eine, in der sich die Parkpickerl-Problematik widerspiegelt. Die eine Straßenseite - Teil des 18. Bezirks und seit September Parkpickerl-Zone - ist verwaist. Auf der anderen Straßenseite, die zum 19. Bezirk und zum parkpickerlfreien Raum gehört, reihen sich die parkenden Autos.

Döbling hat abgewartet und muss jetzt reagieren. Die Bürgerbefragung wurde aufgrund des Parkplatzdruckes auf November vorverlegt. Das Datum steht noch nicht fest; der Beschluss wurde in der Bezirksvertretungssitzung am Donnerstagabend mit den Stimmen der ÖVP, der FPÖ und den Neos abgesegnet. "Das Ergebnis ist verbindlich", sagt Döblings Bezirkschef Adi Tiller.

Mehrere Varianten werden bei der Döblinger Bürgerbefragung nicht abgefragt. Fest steht laut Tiller: Kommt das Parkpickerl, dann wahrscheinlich spätestens im Sommer 2017, aber keinesfalls im Wienerwald, nicht vor dem Krapfenwaldbad, und nicht am Kahlenbergparkplatz. "Das versteht man im Rathaus nicht, aber das macht nichts. Das mache ich schon", kommentiert Tiller. Mögliche Überlappungszonen mit dem Nachbarbezirk - was bedeutet, dass Parkpickerl-Besitzer von beiden Bezirken dort parken können - hat Tiller bereits mit Währings grüner Bezirksvorsteherin Silvia Nossek fixiert.

Zweite Befragung in Hietzing


Auch im ÖVP-reagierten Hietzing stellt man sich Anfang nächsten Jahres - im Jänner oder Februar - einer Bürgerbefragung. Die Zweite zum Thema "Parkpickerl". Im Februar 2013 haben sich 78,5 Prozent gegen die Einführung einer flächendeckenden Kurzparkzone ausgesprochen. Bezirksvorsteherin Silke Kobald möchte im Gegensatz zu ihrem Parteikollegen Adi Tiller mehrere Varianten - wie die Schaffung von Zonen in den überparkten Gebieten entlang der U4 - im Rahmen der Bürgerbefragung thematisieren.

"Die Details haben wir noch nicht festgelegt. Wir hoffen, dass bis dahin die Situation, auch was Döbling und Favoriten betrifft, klarer wird. Unser Drama ist es, dass es keine Alternative zum Parkpickerl gibt. Wenn Sie mich fragen, wären sogenannte grüne Zonen, für die wir kämpfen und die international Standard sind, von der Logik her am besten geeignet. Grüne Zonen, in denen die Anrainer gratis oder in Wien von mir aus gegen eine Bearbeitungsgebühr und Nicht-Anrainer gegen Bezahlung, wie in einer Kurzparkzone, parken können", sagt Kobald, die weiter meint: "Bei grünen Zonen wäre der Verdrängungseffekt nicht so stark."