Einwohner in Bezirken Wiens. - © WZ-Grafik
Einwohner in Bezirken Wiens. - © WZ-Grafik

Wien. Die Verwaltung der Stadt Wien wird generalüberholt und das könnte auch eine Neuaufstellung der Gemeindebezirke bringen. "Wir wollen über alle Strukturen der Stadt völlig vorbehaltlos nachdenken", sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) am Dienstag bei einem Pressegespräch. Dazu gehört für ihn auch die Frage: "23 Bezirke - ist das in Stein gemeißelt oder nicht?"

Möglich sei eine Zusammenlegung von kleinen Innenstadtbezirken; immerhin haben die transdanubischen Flächenbezirke im Vergleich ein Vielfaches an Einwohnern. Umgekehrt ist es auch denkbar, die großen Bezirke wie Floridsdorf, Donaustadt und Liesing weiter zu unterteilen. "Der 21. und 22. Bezirk haben zusammen mehr Einwohner als Graz, das in 17 Bezirke eingeteilt ist", sagte Häupl. Allerdings will man in Wien Fehler wie in der Steiermark vermeiden, wo Gemeindezusammenlegungen zu Unmut in der Bevölkerung geführt haben.

"Natürlich ist das ein schwieriger Prozess, wir werden das diskutieren und nicht verordnen", so Häupl. In dasselbe Horn blies Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). "Wir gehen nicht a priori mit einer Agenda rein wie in der Steiermark."

Zentrales Thema der Verwaltungsreform ist laut Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) jedoch die "Entbürokratisierung". Bewilligungen sollen künftig einfacher und schneller ablaufen. Hier sieht die Stadt ein Einsparungspotenzial für 2017 in Höhe von 23 Millionen Euro. "Wir wollen Parallelstrukturen auflösen und Synergien nutzen", sagte Vizebürgermeisterin Vassilakou. Konkret davon betroffen ist laut Brauner beispielsweise der Bereich Internationales. Ebenso soll das Konservatorium Wien an die Wien Holding übertragen und städtische Hotlines zusammengeführt werden.

77,2 Millionen Euro
sollen eingespart werden


Durch eine Aufgabenoptimierung sollen 77,2 Millionen Euro eingespart werden. Hier sollen beispielsweise Dienststellen in kostengünstigere Gebäude verlegt werden. Bezirksgesundheitsämter werden wohl zusammengelegt und auch an der Wirtschaftsförderung wird geschraubt. Allerdings sollen die Förderungen grundsätzlich unangetastet bleiben und lediglich die Förderstellen zusammengelegt werden. Die beiden Bereiche zusammen machen unterm Strich ein Sparpotenzial in Höhe von 100 Millionen Euro aus. Dazu kommen Kürzungen im Personalbereich, die jedoch nicht näher ausgeführt wurden. Betroffen von der Reform "ist alles von Magistratsstrukturen über Wiener Holding bis KAV", erklärte Häupl. Es gehe auch darum, "eine transparente Stadtverwaltung" zu schaffen, so Vassilakou.