Wien. Ein sehr wichtiger öffentlichkeitswirksamer Termin fällt heuer aus: In Ermangelung eines im Amt befindlichen Bundespräsidenten werden die Sternsinger heuer nämlich nicht die Wiener Hofburg besuchen, zumindest nicht die Amtsräume des Staatsoberhauptes. Denn Alexander Van der Bellen wird ja erst am 26. Jänner angelobt, und da ist aktuelle die Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar schon wieder vorbei. Dafür haben die Eishockey-Cracks der Vienna Capitals am Dienstag zu Mittag erstmals die Sternsinger empfangen, gleich nach deren traditioneller Auftaktvisite bei Erzbischof Christoph Schönborn.

Bis 8. Jänner ziehen in Wien mehr als 4000 und österreichweit rund 85.000 Buben und Mädchen mit ihren goldenen Kassen von Haus zu Haus, begleitet von mehr als 30.000 Jugendlichen und Erwachsenen und unterstützt von weiteren 15.000 ehrenamtlich Tätigen, die Königsgewänder nähen und pflegen, für die hungrigen Sänger Mittagessen kochen oder mit ihnen die Lieder einstudieren.

Mehr als 500 Projekte in 20 verschiedenen Ländern

Mehr als 4000 Sternsinger sind bis 8. Jänner in Wien unterwegs. - © Foto: DKA/Feuersänger
Mehr als 4000 Sternsinger sind bis 8. Jänner in Wien unterwegs. - © Foto: DKA/Feuersänger

Gesammelt werden Spenden für mehr als 500 Projekte in 20 verschiedenen Ländern (siehe Weltkarte), mit denen mehr als eine Million Menschen unterstützt werden. Allein voriges Jahr wurden dabei in ganz Österreich 16,7 Millionen Euro ersungen (seit Beginn der Aktion 1954 sind insgesamt mehr als 400 Millionen Euro zusammengekommen).

Wie jedes Jahr gibt es auch diesmal ein Beispielland, das stellvertretend besonders hervorgehoben wird. Heuer ist das Tansania. "Unser Fokus dort liegt darauf, die Lebensgrundlage von Kleinbauern zu sichern, weil diese zu mehr als der Hälfte zur Produktion der Agrargüter im Land beitragen und auch einen recht großen Beschäftigungszweig darstellen", erläutert DKA-Geschäftsführer Jakob Wieser im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

500 Sternsingerprojekte in 20 Ländern der Welt werden mit Spendengeldern aus der Dreikönigsaktion finanziert. - © Katholische Jungschar Österreich/DKA
500 Sternsingerprojekte in 20 Ländern der Welt werden mit Spendengeldern aus der Dreikönigsaktion finanziert. - © Katholische Jungschar Österreich/DKA

Tansania wachse wirtschaftlich zwar recht stark, "aber die Landbevölkerung hat davon kaum etwas, weil die Regierung sehr stark auf Agrobusiness setzt und Exportgüter produzieren möchte", so Wieser. Und während nationale und internationale Konzerne immer mehr Land okkupieren, verarmen Familien und leiden Kinder unter Mangelernährung. "Uns wurde von Partnerorganisationen davon berichtet, dass Familien ihr Land weggenommen wurde. Unsere Unterstützung besteht deshalb einerseits in Rechtsberatung für die Kleinbauern und andererseits in Hilfestellung bei der Verbesserung der eigenen Produktion, damit sie sowohl für den Markt produzieren als auch ihre eigenen Familien ernähren können", erklärt der DKA-Geschäftsführer. Der Aufbau von Genossenschaften soll ihnen dabei helfen, gemeinsam den Anbau effizienter zu gestalten, bessere Preise zu erzielen und Zwischenhändler auszuschalten, die auch oft ein Teil der Armutsproblematik sind.