Wien. Das Jahr 2017 bringt viele neue Ereignisse und Veränderungen für Wien. Die "Wiener Zeitung" hat die wichtigsten zusammengestellt.

Parkpickerl in Favoriten

Am 4. September ist es soweit, dann führt Favoriten das Parkpickerl ein. Als wahrscheinliche Variante gilt die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung mit Ausnahme der Industriegebiete im Süden Favoritens. Die Überlappungszonen mit den Nachbarbezirken müssen noch festgelegt werden. Fix ist die Geltungsdauer - und zwar an Werktagen von 9 bis 19 Uhr. Die Anmeldung für das Parkpickerl startet voraussichtlich im Juni 2017. Auch Kleingärtner mit Nebenwohnsitz in einem Favoritner Erholungsgebiet bekommen ein Saisonpickerl, das von März bis Oktober gilt.

Sanierung des Wien Museums

Im November 2015 hat eine international besetzte Jury aus 274 Einreichungen den Entwurf des österreichischen Architektenteams Winkler + Ruck und Ferdinand Certov zum Siegerprojekt gekürt. Nun geht die Sanierung des Wien Museums in die zweite Phase: Im Herbst 2016 hat der Wiener Gemeinderat die Finanzierung für die Durchführung der Einreichplanung, also der Planungsarbeiten, die als Basis für Baubescheide dienen, beschlossen. Nach Fertigstellung des Neubauprojekts soll das Wien Museum am Karlsplatz über circa 12.000 m² Nettonutzfläche verfügen. Das vom Wiener Architekten und Designer Oswald Haerdtl (1899-1959) geplante Gebäude wurde 1959 eröffnet.

Wien wird Welthauptstadt des Beachvolleyballs

Wien hat bei den Olympischen Spielen in Rio den Zuschlag für die Beachvolleyball-WM 2017 bekommen. Die "FIVB Beach Volleyball-WM" findet von 28. Juli bis 6. August 2017 auf der Donauinsel zwischen der Floridsdorferbrücke und der U6/Schnellbahnbrücke statt. Der Center Court mit einer Gesamtfläche von 16.000 Quadratmetern wird 10.000 Sitzplätze beherbergen.

Anhaltende Diskussion über den Lobau-Tunnel

Für die SPÖ hat er höchste Priorität, für die Asfinag ist er alternativlos, Grüne und Umweltschützer hingegen laufen dagegen Sturm: Die Weichen für den Bau des Lobautunnels sind bereits gestellt. Probebohrungen wurden durchgeführt und notwendige Grundstücke gekauft. Doch die Grünen wollen Anfang 2017 ihre Alternativen für den umstrittenen Tunnel liefern. Zank in der rot-grünen Regierung ist für das neue Jahr somit vorprogrammiert.

Megapassjahr in Wien

In der ersten Hälfte 2017 müssen 90.000 Pässe erneuert werden; das sind doppelt so viele wie gewöhnlich. Um Wartezeiten zu vermeiden, werden die Wienerinnen und Wiener von der zuständigen Behörde schon jetzt gezielt informiert und aufgefordert, bereits im Jänner und Februar einen neuen Pass zu beantragen.

U1-Verlängerung nach Oberlaa

Ab 2. September heißt es am Reumanplatz nicht mehr Endstation, dann fährt die U1 bis nach Oberlaa und ist mit 19,2 Kilometern die längste U-Bahn-Linie Wiens. In den U1-Ausbau wurden 600 Millionen Euro investiert. Die fünf neuen Stationen, die im September nach fünfjähriger Bauzeit eröffnet werden: Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und Oberlaa. Mit der U1-Eröffnung fährt die Straßenbahnlinie 67 nur mehr zwischen Otto-Probst-Platz und Reumannplatz. Bei der Alaudagasse entsteht ein neuer Knotenpunkt für Buslinien.

Kleine Winteröffnung für Schanigärten

Die rot-grüne Regierung hat im Oktober eine Lockerung der Schanigarten-Öffnungszeiten im Wiener Landtag beschlossen. Jetzt können Unternehmer auch im Winter ihre Gastgärten öffnen. Die kleine Winteröffnung sieht drei Varianten vor. Schanigarten-Bewilligungen auf Parkstreifen sind in den Wintermonaten ebenso wenig zulässig wie Heizschwammerln. Mit der Novelle der Schanigarten-Regelung, der so genannten "kleinen Winteröffnung", werden die Gastgärten-Gebühren erhöht. Beispielsweise werden die monatlichen Quadratmeterkosten in den Toplagen mit sehr hoher Tourismusfrequenz, der Zone 1, um fast das Dreifache - von 7,50 Euro pro Quadratmeter auf 20 Euro angehoben. Darunter fällt unter anderem die Fußgängerzone in der Kärntner Straße wie auch jene in der Mariahilfer Straße vom Getreidemarkt bis Europaplatz und jene in der Neubaugasse von der Mariahilfer Straße bis Lindengasse.

Neue Grüne Lungen für Wien

2017 werden wieder zahlreiche neue Parks errichtet, im Juni wird der zweite Teil des Helmut Zilk Parks beim Hauptbahnhof eröffnet: Er ist mit 72.000 Quadratmetern der größte innerstädtische Park Wiens. Der Spatenstich des nach dem Wiener Altbürgermeister benannten Parks fand im Mai 2014 statt.

Kleinwasserkraftwerk an der Neuen Donau

Auch das Jahr 2017 steht im Zeichen von erneuerbarer Energie. Unter anderem wird im Frühjahr an der Neuen Donau am Wehr 1 ein Kleinwasserkraftwerk der Wien Energie eröffnet. Das Kleinwasserkraftwerk erzeugt erneuerbaren Strom für 130 Wiener Haushalte.

Adieu Vergnügungssteuer

Als erstes Bundesland schafft Wien die Vergnügungssteuer ab. Ab 1. Jänner 2017 ist die Steuer Geschichte. 2014 spielte die Vergnügungssteuer 52 Millionen Euro, 2015 nur mehr acht Millionen Euro ein. Ausgenommen sind Glücksspielautomate.

Bildungsberatung in Wiener Gemeindebauten

2016 war es ein Pilotversuch, 2017 wird die vom ‚Waff (Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds) initiierte Aktion "Ihre Chance kommt" ins Standardprogramm aufgenommen. Dabei gehen Waff-Mitarbeiter in den Wiener Gemeindebauten von Tür zu Tür und beraten die Bewohner in Sachen Beruf und Weiterbildung. Im Rahmen des Pilotversuches 2016 hat der Waff 14.048 Wohnungen besucht. 43 Prozent der Türen wurden geöffnet und konkret ergaben sich daraus 2771 Gespräche und 332 Beratungsgespräche. 2017 sind insgesamt 15 Aktionen geplant.