Wien. Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Häupl hat dieser Tage seinen Plan einer Regierungsumbildung gegenüber den Medien bestätigt - und diese Umbildung soll umfassend ausfallen, wie ein Insider im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" am Freitag erklärte.

Und es muss jetzt schnell gehen - denn wenn man bei der geplanten Vorstandstagung am 20. und 21. Jänner Inhalte besprechen will, wäre das mit der bestehenden Besetzung wohl wenig zielführend. Wenn Häupl sehr knapp vor der Tagung seine Entscheidungen bekanntgibt, würden die Medien ihren Fokus ausschließlich auf die Personalrochaden richten und die für die SPÖ so wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft kaum öffentlichkeitswirksam verbreiten können. "Zwei Wochen davor wäre wahrscheinlich der beste Zeitpunkt für eine Bekanntgabe", bestätigte auch der Insider.

In die Karten will sich Häupl vorher freilich nicht schauen lassen. Spekulationen gibt es hingegen unzählige. "Aber in Wirklichkeit weiß niemand etwas, weil Häupl für gewöhnlich solche Entscheidungen im stillen Kämmerchen trifft", heißt es aus der Partei. Und doch gibt es stichhaltige Indizien, die über einige doch konkretere Punkte Aufschluss geben können:

Auch Bezirke kommen dran


Der Umbau wird dem Vernehmen nach groß und nicht nur die Stadtregierung davon betroffen sein. Er wird auch die Parteigremien und die Bezirke angehen. Bei den Bezirksvorstehern und deren Stellvertretern steht schon länger eine Verjüngung an. Das beschließen zwar die Bezirksorganisationen, aber auch Anregungen des Bürgermeisters können mitunter Wirkung zeigen. Und natürlich wirkt sich das auf die Gremien aus, wenn neue Stadtregierungsmitglieder in Erscheinung treten bzw. am Landesparteitag im März gewählt werden. Und auch an den Mandatsverhältnissen wird sich bei etwaigen Personalrochaden innerhalb der Stadtregierung etwas verändern.

Was den Flügelkampf in der Partei betrifft, so muss wohl Häupl am Ende des Tages eine Entscheidung treffen, die beide Seiten befriedigt. Und das nachhaltig. Das betrifft natürlich auch die Proponenten der jeweiligen Flügel, nämlich Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig - der nach Wehsely mit seinem Ressort mittlerweile auch schon ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist.