Im kollektiven Gedächtnis fast unbekannt

Die 1929 geborene Feldner-Busztin wurde von ihrem Großvater, einem ehemaligen K.u.K.-Offizier, zweimal vor der Deportation bewahrt. Im März 1943 wurde die damals 14-jährige aber mit ihrer Mutter und Schwester nach Theresienstadt gebracht. Sie entging der Weiterfahrt nach Auschwitz, indem sie auf den Feldern des Lagers arbeitete, bis das Konzentrationslager 1945 von der Roten Armee befreit wurde.

Die vier Sammellager in der Leopoldstadt waren Drehscheibe der Deportationen österreichischer Juden, sind aber im kollektiven Gedächtnis bis heute weitgehend unbekannt. Abgesehen von Journalbüchern, Postkarten des jüdischen Jugendgruppenleiters Martin Vogel und Fotografien des SS-Manns Josef Weiszl sind nur wenige Dokumente darüber erhalten. Die Akademie der Wissenschaften hat deshalb in einem Projekt mit den letzten Zeitzeugen gesprochen, um Hintergründe und Erinnerungen an diese Einrichtungen zu dokumentieren. Die dazugehörige Ausstellung ist bis 30. Juni 2017 in der Krypta des Heldendenkmals zu sehen.