Wien. Mieter in privaten Wohnungen zahlen viel. Das hat eine von der Arbeiterkammer durchgeführte Analyse der von der Statistik Austria bereitgestellten Mikrozensus-Wohndaten für Wien ergeben. Betroffen sind viele: Zwei von drei Mietverträgen werden in Wien im privaten Segment abgeschlossen, hieß es vonseiten der AK am Montag. Mieter müssen laut AK im Schnitt mit elf Euro pro Quadratmeter brutto rechnen. Das sind rund drei Euro mehr als im sozialen Wohnbau.

"Befristete Mietverträge bedeuten für viele Mieter enorme Wohnunsicherheit. Sie müssen sich nach kurzer Zeit wieder auf Wohnungssuche begeben - das ist wiederum mit hohen Kosten verbunden, etwa fürs Übersiedeln oder den Makler, aber mitunter auch mit einem Verlust der gewohnten sozialen Kontakte und Umgebung", beklagte AK-Präsident Rudolf Kaske. Und er warnte: "Wer verlängern will, muss dann sehr oft mit höheren Mietpreisen rechnen."

Er kritisierte, dass die nächste "Kostenkeule" auf die Mieter zukomme - nämlich die Anhebung der Richtwerte. Kaske plädierte für ein transparentes Mietrecht mit "tauglichen Mietenbegrenzungen". Befristungen gehören nach Ansicht der AK gestrichen, falls kein Eigenbedarf der Vermieter besteht. Auch die Maklerprovision für Mieter müsse wegfallen, verlangt die AK.