Wien. Sie soll eigentlich das genaue Gegenteil zu Facebook verkörpern, aber ohne geht es dann doch nicht, wie es scheint. "Zurzeit testen rund 200 Menschen unsere App. Die Anzahl der User ist in letzter Zeit exponentiell angestiegen. Sie hat Fahrt aufgenommen, auf der Facebook-Gruppe kann man das gut mitverfolgen", sagt Martin Gebauer. Der 39-jährige Wiener ist der Gründer von "connectZ", einem neuen sozialen Netzwerk, das von Wien aus die Welt erobern soll - so jedenfalls die Vision. "Immer mehr Personen suchen inzwischen wieder mehr direkten Kontakt mit ihren Mitmenschen und wenden sich von Netzwerken wie Facebook ab. Wir verstehen die Gründe für diesen Trend und wollen genau das: Menschen wieder näher zusammenbringen", lautet die Mission. Persönlicher Kontakt statt virtueller Distanz, zusammen statt allein und eine "Rückkehr zum echten Leben", wie es das Team rund um Martin Gebauer betont.

"connectZ soll das persönliche Treffen erleichtern, anstatt virtuelle Freundschaften und virtuelle Kontakte zu forcieren", sagt Gebauer. Das impliziere auch der Name - connect, was übersetzt "verbinden" bedeutet. Was es mit dem "Z" auf sich hat, erklärt Martin Gebauer so: "Wir sehen die App als neuartiges, revolutionäres Model, da der Fokus auf dem persönlichen Kontakt liegt. Deshalb steht das Z als letzter Buchstabe des Alphabets als Metapher für einen Evolutionsschritt im Bereich der sozialen Netzwerke."

Wer sich in der Welt von "connectZ" bewegt, bewegt sich in einer Welt der Einzeiler. "Wer geht heute ins Loco?" "Party! "Need bike repair" oder "Wer schwänzt heute Fiwi?" ist aktuell auf der Plattform zu lesen, wobei mit "Fiwi" Finanzwirtschaft gemeint ist. Die simple Kommunikation solle den Erfolg garantieren. "Jeder User hat nur einen kurzen Satz in der Statuszeile zur Verfügung. Dort kann jeder eingeben, was er momentan machen möchte. Und das sehen dann die Leute in seiner Umgebung", erklärt Gebauer.

Sozialer Einfluss


Die erste Betaversion ist seit einem Monat in der Testphase. Jetzt geht es laut Gebauer darum, Hotspots und eine Community aufzubauen, und zwar mithilfe von Studierenden der drei großen Wiener Universitäten - der Hauptuniversität, der Wirtschaftsuniversität und der Technischen Universität. "Aufgrund der standortbasierten Anzeige ist es wichtig, dass ganz schnell viele Menschen, die sich regelmäßig am gleichen Ort befinden, die App nutzen. Sonst macht es keinen Sinn", sagt der Wiener Unternehmer. Die User sehen anhand von roten, grünen, blauen aber auch violetten Stecknadeln wer sich gerade wo und mit welchem Anliegen in seiner näheren Umgebung befindet. Keine Fotos, keine Namen und keine persönlichen Daten sind zu sehen. Der User bestimmt selbst, wem er welche Informationen preisgibt. "Wir legen einen starken Fokus auf Sicherheit. Es ist auch möglich, wenn ich nachts alleine am Weg nach Hause bin, das Tracking für jemanden freizuschalten, sodass diejenige Person weiß, wo ich mich gerade befindet", erklärt Gebauer.