Wien. Das Bild eines chinesischen Malers mit dem Leopold Museum als Motiv ziert die Speisekarte. Die Wand hinter der Wasserbar im Hof im Museumsquartier (MQ) zeigt ein großes Stück Himmel. Es ist der "Blick aus Egon Schieles Geburtshaus, aufgenommen am 16. April 2017" - wie klein darauf geschrieben steht.

Die Verbindung des Museums mit dem Café, die sich durch viele visuelle Elemente durchzieht, war auch der Grund, warum Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold-Museums die Gyoza Brothers als neue Kaffeehaus-Pächter auserkoren hat. Nachdem das Café Leopold Ende 2016 in Konkurs gegangen war, entschied sich die Privatstiftung für eine Generalsanierung und ein neues Konzept. Nach Bewerbern musste nicht lange gesucht werden. Von zehn gelangten laut Wipplinger sieben in die engere Auswahl.

Ramien-Betreiber


Die Gyoza Brothers, bestehend aus Tie Yang, Jun Yang, Dong Ngo und Adam Gortvai, betreiben seit mehr als 15 Jahren Lokale in Wien: darunter das Ramien, die Ramien-Go-Betriebe am Hohen Markt, Wien Mitte oder im DC Tower oder das "Shanghai Tan". Sie unterzeichneten mit dem Museum einen Zehnjahresvertrag.

Dem Museum war es wichtig, die ursprüngliche Architektur des Cafés zu erhalten. So wurde der Boden geschliffen, die Bänke wurden statt mit braunem mit grauem Leder überzogen oder die Toilettanlagen saniert. Raucherbereiche gibt es keine mehr. Auch soll es keinen Clubbetrieb mehr geben.

Man soll wegen dem guten Essen und der Cocktails das Café in Zukunft besuchen, heißt es. Die Speisekarte wird auf den vier Ebenen - Café, Wasserbar, Salon und Galerie - leicht variieren. Im Café soll die asiatische Küche mit "Wiener Klassikern" ergänzt und neu interpretiert werden. "Dann gibt es bei uns das asiatische Gulasch, das scharf ist", so Tie Yang.