Heuer sollen 24,6 Millionen Euro investiert werden. Und das vor allem in die Standortentwicklung: So wurde bereits aktuell ein Grundstück von rund sechs Hektar Fläche angekauft. "Das entspricht immerhin einer Größe von acht Fußballfeldern", erklärte Lehr. Auf diesem Betriebsgebiet in der 7. Haidequerstraße 6 befinden sich Büros, Werkstätten, Lagerhallen, Garagen und Parkplätze. Die Verwertung unter dem Namen "HQ7" hat bereits begonnen, mit ersten Mietern werde bereits gesprochen. Weiters würde heuer in temperaturgeführte Hochregallager investiert.

Kein ÖBB-Deal mehr


Auf das gescheiterte Jointventure des Hafens mit den ÖBB angesprochen, meinte Hanke, dass nach den Bedenken der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nun jeder seiner eigenen Wege gehe. Zur Erklärung: ÖBB und Hafen Wien wollten ein gemeinsames Unternehmen für ihre Containeraktivitäten gründen. Es wäre damit der größte Player der Region gewesen und hätte auch das 250 Millionen Euro schwere Güterterminal Wien Süd der ÖBB miteingeschlossen. Doch die BWB befürchtete negative Folgen für den Wettbewerb durch eine marktbeherrschende Stellung. "Die BWB hatte die Befürchtung, dass es zu Preisabsprachen oder Ähnlichem kommen könnte und hat dieses Argument sehr hoch bewertet", sagte Hanke zur "Wiener Zeitung". Ihm sei es aber eigentlich nur darum gegangen, den HUB Wien zu entwickeln, um neue Verkehre anzuziehen und um den Hafen Wien weiter international konkurrenzfähig zu machen. Einen weiteren Anlauf schließt Hanke allerdings aus. "Das ist kein Beinbruch, was da passiert ist. Es hätte für uns nur Sinn gemacht, hier einen gemeinsamen Weg zu gehen, um mehr Kapazitäten zu schaffen. Momentan stellen wir uns aber auf unsere solitäre Situation ein."

Der Hafen Wien mit einer Fläche von drei Millionen Quadratmetern und mit rund 100 Unternehmen und bis zu 5000 Arbeitsplätzen am Standort eines der größten multimodalen Güterverkehrszentren Österreichs.

Die Hafen Wien-Gruppe, die zum stadteigenen Wien Holding-Konzern gehört, betreibt mit ihren Tochtergesellschaften drei große Güterhäfen inklusive Infrastruktur: den Hafen Freudenau, den Hafen Albern sowie den Ölhafen Lobau. In allen drei Güterhäfen werden pro Jahr rund 1000 Frachtschiffe abgefertigt. Über den Wasserweg kommen vor allem Mineralölprodukte sowie Streusalz, Baustoffe wie Zement, Sand oder Stahlprodukte bzw. landwirtschaftliche Produkte wie Getreide und Kunstdünger. Auch der Personenhafen bei der Reichsbrücke und die Marina Wien gehören zur Wiener Hafen-Gruppe.

Der große Vorteil des Hafens ist die sogenannte Trimodalität - also die Anbindung an die Straßen-, Schienen- und Wasserinfrastruktur. Das macht den Hafen Wien auch zu einer der wichtigsten Hinterland-Hubs Europas, vor allem für die großen Nordseehäfen und die adriatischen Häfen. Der Hafen Wien ist als Tochter der Wien Holding ein Unternehmen der Stadt Wien. Mit seinen drei Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau ist er auch der größte öffentliche Donauhafen Österreichs.

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