Wien. Die Stadt Wien erwägt rechtliche Schritte gegen Ednan Aslan. Der Autor der umstrittenen Studie über islamische Kindergärten habe "schwerwiegende Vorwürfe gegen die MA11 (Amt für Jugend und Familie, Anm.) erhoben", sagte ein Sprecher der Abteilung dem "Standard". "Diese kann man eigentlich nicht auf sich sitzen lassen. Die MA11 prüft, was sie dem - auch rechtlich - entgegensetzen kann."

Laut Aslan haben Beamte der Magistratsabteilung eine ehemalige Mitarbeiterin Aslans unter Druck gesetzt. Sie habe bestätigen sollen, dass im Rahmen der Studie "niemals 30 Kindergärten geprüft wurden, sondern nur 3", dass sie die Studie durchgeführt haben soll und dass sich die Ergebnisse der von der Mitarbeiterin geführten Interviews nicht mit den Aussagen und Schriften Aslans decken würden. Aslan stellt zudem den Vorwurf der Manipulation von Aktenvermerken in den Raum. Die Stadt weist die Beschuldigungen zurück.

Aslans Studie hatte eine Debatte über integrationsfeindlich geprägte Islam-Kindergärten entfacht. Ihm selbst wurde allerdings vorgeworfen manipulierend in die Studie eingegriffen zu haben. Ebenso wurde der Vorwurf erhoben, Aslans Studie sei durch Beamte des Außenministeriums überarbeitet worden. Das wiesen sowohl Außenminister Sebastian Kurz als auch Aslan zurück. Die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) prüft derzeit die Vorwürfe.